Hollen - Wie sie zu den Landfrauen Saterland gekommen ist, weiß Annelen Heyens aus Hollen noch genau. Eine Vertrauensfrau hatte sie damals angesprochen und gefragt, ob sie nicht Lust habe, einmal vorbei zu schauen. Und das hat sie getan. Seit 13 Jahren ist sie nun dort Mitglied, davon seit sieben Jahren im Vorstand tätig. Kürzlich wurde die 52-Jährige auf der Jahreshauptversammlung zur neuen ersten Vorsitzenden gewählt (die NWZ  berichtete).

Besonders Vorträge, die mit der Gärtnerei zu tun haben, hat Heyens zu Beginn besucht. „Ich bin ein großer Gartenfan und Gärtnerin mit Leib und Seele“, sagt die 52-Jährige. Betritt man ihren eigenen Garten, kann man sich davon auch direkt überzeugen. Alles ist liebevoll gestaltet auf der etwa 3500 Quadratmeter großen Anlage. Unter anderem gibt es eine Teichanlage, eine Kräuterspirale, ein Insektenhotel und einen Gemüsegarten. 2009 haben sie und ihr Mann Hans zum ersten Mal die Aktion „Offene Gartenpforte“ organisiert, die auch in diesem Jahr wieder stattfindet. Unabhängig davon haben Interessierte die Möglichkeit, selbst gebackenen Kuchen oder Brot aus eigener Herstellung bei Heyens zu probieren.

Gute Ideen hat die Saterländerin nicht nur für ihren Garten. Auch in den Landfrauenverein will sie frischen Wind bringen. „Wir wollen das Image vom angestaubten Landfrauenverein loswerden“, erklärt Heyens. „Unsere Mitglieder sind alle 60 und älter. Uns fehlen Frauen um die 30/40.“ Eine schwierige Aufgabe, weiß die Vorsitzende. Denn oft hätten junge Frauen abends etwas anderes zu tun, würden zum Beispiel eher zum Sport gehen. „Im vergangenen Jahr haben wir einen Vortrag zum Thema Schlagfertigkeit angeboten. Das war in Strücklingen. Normalerweise findet alles im Bonifatiushaus in Scharrel statt. Beim Vortrag waren viele jüngere Frauen“, erinnert sich die Vorsitzende und stellt klar: „Man muss keinen landwirtschaftlichen Betrieb haben, um Landfrau zu sein“.

Um mehr jüngere Frauen anzusprechen, will Heyens das Programm so gestalten, dass es auch für sie interessant ist. Und das ist die größte Aufgabe des Vorstandes und der Vertrauensfrauen: die Gestaltung. Zum einen werden eigene Ideen mit eingebracht, zum anderen tauschen sich die Landfrauenvereine untereinander aus. Der Landfrauenverband Weser-Ems lädt jedes Jahr zur Planungstagung ein. Dort werden Vorträge zu unterschiedlichen Themen vorgestellt. Auch gibt er ein Jahrbuch heraus, in dem die besten Vorträge, aktuelle Themen in den Bezirken des Verbandes sowie Wissenswertes aus seiner Arbeit abgedruckt werden.

Aber nicht nur Vorträge gibt es bei den Landfrauen. Auch eine Radtour im Sommer, sowie eine Tages- und eine Halbtagesfahrt gehören dazu. In der kommenden Woche soll das neue Programm besprochen werden. Und vielleicht ist da dann auch etwas für jüngere Frauen dabei.

Tanja Mikulski
Tanja Mikulski Redaktion Münsterland