Hohenkirchen - Nachdem schon bei der jüngsten Exkursion ans Wangermeer von den WAU-Mitgliedern Herbert Schimmack und Volker K. Prüter (beide Hohenkirchen) stark gefährdete Vogelarten entdeckt werden konnten, haben beide nun einen in der Marschenlandschaft eher selten vorkommenden Vogel beobachten und fotografieren können: Stelzenläufer.
Diese Limikolen (Watvögel) tauchen in Deutschland immer mal wieder auf – Tendenz steigend. „Ob dies mit dem Klimawandel in Verbindung steht, ist nicht geklärt, aber möglich“, sagt Prüter.
Stelzenläufer werden auf der Roten Liste gefährdeter Arten als eine unregelmäßig hier brütende Spezies geführt. Nächste Verwandte sind die bei uns brütenden Säbelschnäbler. Schon 2012 konnten zwei Stelzenläufer in der Flachwasserzone des künstlichen Marschensees Wangermeer gesichtet werden. Jetzt hielten sich zwei Stelzenläufer im Flachwasser des „Strandbads“ an der Helmsteder Straße auf.
Stelzenläufer leben in Flachwasserzonen mit Süß-, Brack- oder Salzwasser. Ihre extrem langen Beine ermöglichen Nahrungssuche in entsprechender Wassertiefe. Die hauptsächlich im Süden Mitteleuropas vorkommende Art stößt zur Brutzeit auch in den Norden Mitteleuropas vor. Brutpopulationen sind in Nordfrankreich und an der westlichen Donau zu finden.
Der Stelzenläufer ist ein Langstreckenzieher und überwintert in Afrika. Auffälligste Merkmale der dunkel-weiß gefiederten Art sind die langen roten Beine und der schwarze, nadelfeine, gerade lange Schnabel.
Der auflandige Nordostwind trieb den beiden Vögeln mit den Wellen allerhand Fressbares vor den Schnabel. Auch Gefiederpflege stand auf dem Plan. Durch die Erhöhung des Wasserspiegels im See ist die Flachwasserzone im Nordosten des „Meeres“ für fast alle Watvögel uninteressant geworden.
