GANDEREKSEE - „Gut, dass der Winter bisher recht mild ist“, zeigt sich Christian Dürr, Landtagskandidat der FDP im Wahlkreis 64 (Oldenburg-Land), mit Blick auf sein Wahlkampfmobil erleichtert. Der ausgeliehene Mini Cooper (Baujahr 1996) verfügt nämlich über eine Menge Charme – „aber die Heizung ist alles andere als brauchbar“, hat der 30-jährige Ganderkeseer schon in Erfahrung gebracht. Dennoch: In seinem kleinen Auto verfolgt Dürr ein großes Ziel – nämlich den erneuten Einzug in den Niedersächsischen Landtag in Hannover.
Dort will er weiter daran mitarbeiten, dass das Ticken der Schuldenuhr – die in der Landeshauptstadt den Stand der Neuverschuldung anzeigt – weiter verlangsamt wird. „Bei der Regierungsübernahme vor fünf Jahren waren es noch 90 Euro pro Sekunde, jetzt sind wir schon bei unter 30 Euro angelangt“, schildert Dürr und fügt hinzu, „nach heutigem Stand können wir im Jahr 2010 erstmals ohne Neuverschuldung auskommen.“
Weitere Prioritäten setzt der Ganderkeseer in der Bildungspolitik: „Was auf dem Schild steht ist für mich erst einmal zweitrangig – ob nun Gesamtschule oder dreigliedriges Schulsystem. Mich interessiert in erster Linie, dass mehr Verantwortung und Gestaltungsfreiheit an die Schulen gegeben wird.“ Denn: „Vor Ort wissen die Schüler, Lehrer und Eltern doch besser, was gut für sie ist, als wir das von Hannover aus beurteilen können.“ Der Schritt in Richtung „eigenverantwortliche Schule“ sei daher richtig gewesen. Auch der Ausbau der Ganztagsschule müsse weiter forciert werden – „da gilt es, die Lehrerstunden nachzuziehen“. Dürr plädiert zudem für eine „Kita-Card“ nach Hamburger Vorbild. „Eltern haben darauf ein Betreuungsguthaben und können dies beim Anbieter ihrer Wahl einlösen“, so Dürr, „da wird sich dann auch auf der Anbieterseite etwas bewegen.“
Die hiesige Wirtschaft sieht Dürr gut aufgestellt: „Sowohl der Landkreis Oldenburg als auch der Nordwesten liegen gut im Rennen – verglichen mit Südniedersachsen und der Harzregion.“ Zudem sei man aufgrund des Jade-Weser-Ports demnächst noch stärker als jetzt schon „Tor zur Welt“. Oder wie Dürr es sagt: „Wir sind hier vorletzter Halt vor Singapur.“ Dass die Belastungen der Bürger durch die stärker werdenden Verkehrsströme möglichst gering gehalten werden, will Dürr weiter unterstützen. „Da ist die Bahn ganz eindeutig in der Pflicht – schließlich sind die Bürger über den Bund und auch das Land nicht unwesentlich an dem Unternehmen beteiligt.“ Besonders am Herzen liegt dem Ganderkeseer die Umwelt- und Energiepolitik: „In diesem Bereich würde ich als Sprecher meiner Fraktion gerne weiterarbeiten“, wünscht er sich.
Der „Privatmann Christian Dürr“ wird nach der Landtagswahl am Sonntag, 27. Januar, erst einmal wieder mehr Sport treiben: „Ich hab‘s meiner Freundin versprochen und auch ich selbst habe mittlerweile bemerkt, dass die Mitgliedschaft im Fitnessstudio allein nicht ausreicht“, sagt er augenzwinkernd. Joggen und Badminton stehen dann auf dem Programm. Auch eine Urlaubsreise hat er schon einmal locker ins Auge gefasst: „Gerne mit Strand und in jedem Fall warm“, lautet seine Vorgabe. Als Austauschschüler hatte er seinerzeit ein Jahr in der Nähe von Las Vegas gelebt: „Da zieht es mich alle paar Jahre wieder hin“, verrät er. Aber nicht um zu zocken, sondern um seine ehemalige Gastfamilie zu besuchen. „Ich habe da eben noch einige gute Freunde.“
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