GANDERKESEE - Dr. Jana Fries war die Begeisterung anzumerken. „So etwas Schönes zu finden, haben wir gar nicht zu hoffen gewagt.“ Einiges von dem „Schönen“, was sie meinte, zeigte die Bezirksarchäologin am Donnerstag im Rathaus: Reste von 17 Verhüttungsöfen etwa, auch großen Mengen teils feiner Keramik aus der jungen Eisenzeit. Der Fundort: ein Acker in Grüppenbühren, östlich der Grüppenbührener Straße (B 212) und südlich der Neddenheider Straße. Ein Gebiet, in dem die Gemeinde bislang das 28,7 Hektar große „Gewerbegebiet Grüppenbühren“ plant. Bislang.
Rückblick. Bereits im Herbst 2009 hatte eine Grabung unweit von Brüning eine kleine Überraschung an den Tag gebracht. Reste einer Siedlung zum Ende der Bronzezeit und in der älteren Eisenzeit (etwa 700 bis 400 v. Chr.) tauchten auf. Schon damals rätselte die Bezirksarchäologin: Es sei durchaus denkbar, dass die 8000 qm-Fläche bei Brüning ein kleiner Teil einer größeren Siedlung gewesen sei. Und die vermutete sie ein paar Meter weiter westlich – im gemeindeeigenen, geplanten Gewerbegebiet Grüppenbühren.
Im August 2010 wurde es dort spannend. Jetzt sollte sich zeigen, ob die Archäologin mit ihrer Vermutung richtig lag. Auf zwei Teilflächen – ein 2,1 ha großer Streifen nahe der B 212, ein 3,4 ha großes Gebiet weiter östlich – zog ein Baggerfahrer in Teilbereichen die Humusschicht zur Seite.
Was ans Licht kam, bezeichnete Untersuchungsleiter Michael Wesemann als „Volltreffer“. In dem 2,1 Hektar großen Streifen wurden Reste von 17 Verhüttungsöfen etwa aus der Zeit von 300 v. Chr. bis um Christi Geburt entdeckt, ferner Gräben, Siedlungsgruben und Pfostenlöcher sowie typische Keramikgefäße aus der Eisenzeit.
Jana Fries verwies darauf, dass bei der Voruntersuchung nur Teile (etwa 7 Prozent) der 2,1 Hektar unter die Lupe genommen worden waren. Hochgerechnet aufs gesamte Gebiet komme man auf 242 Öfen.
Im zweiten, östlichen Untersuchungsbereich fiel die Ausbeute weniger spektakulär aus. „Eine Handvoll Befunde“ habe man da entdeckt, Gruben, Gräben und Pfostenlöcher, ferner Keramik – aber keine Hinweise auf Öfen.
Die Funde aus Grüppenbühren kommen jetzt ins Archiv des Niedersächsischen Landesamtes für Denkmalpflege an der Ofener Straße in Oldenburg. Falls eines Tages in Ganderkesee ein Museum eingerichtet werden sollte, dann, so meinte die Bezirksarchäologin, könne man gegebenenfalls über eine Rückkehr reden.
