GANDERKESEE - Überraschende Funde aus der Eisenzeit haben die Gewerbegebiets-Pläne der Gemeinde Ganderkesee an der Autobahn 28 bei Grüppenbühren in Frage gestellt. Bei einer archäologischen Voruntersuchung in zwei Bereichen des Gebietes entdeckte das Landesamt für Denkmalschutz unter anderem Reste von 17 Verhüttungsöfen aus der Zeit von 300 vor bis um Christi Geburt. Daneben kamen unter anderem Keramikgefäße ans Licht, die für die Eisenzeit typisch sind.
Bezirksarchäologin Dr. Jana Fries bezeichnete den Fund als „ausgesprochen selten“. Sie geht davon aus, dass in dem Gebiet Reste einer Vielzahl weiterer Öfen zu finden wären. Diese so genannten Rennfeueröfen seien vermutlich im Laufe mehrerer Jahrzehnte, möglicherweise sogar Jahrhunderte entstanden. Mit ihnen sei in der Eisenzeit Erz zu Roheisen verhüttet worden.
Angesichts dieser Funde besteht das Landesamt für Denkmalschutz darauf, dass vor einer eventuellen Nutzung des Geländes für Gewerbezwecke eine Ausgrabung stattfindet.
In einer Stellungnahme verwies Bürgermeisterin Alice Gerken-Klaas darauf, dass die Gemeinde die Kosten dieser Grabung zu tragen hätte. Bereits in Kürze werde in einem dritten Bereich des Gebietes eine weitere archäologische Voruntersuchung stattfinden. Mit den dann gewonnenen Erkenntnissen werde der Gemeinderat voraussichtlich im Winter entscheiden, ob er an den Plänen für das insgesamt 28,7 Hektar große Gewerbegebiet festhält, ob er sie nur in Teilen verwirklicht oder ganz fallen lässt.
