GANDERKESEE - Für das ungeschulte Auge ist es ein dunkler Fleck auf dem Boden. Katharina Kupke, Ausgrabungsleiterin im geplanten Neubaugebiet nördlich des Neddenhüsen, kennzeichnet die Stelle dagegen als archäologischen Befund. Das waren Gruben, die ausgehoben wurden, um Sand und Lehm zu bekommen, erklärt sie.
Doch es gibt auch Fundstücke. Die 28-Jährige deutet auf eine Scherbe. Wenn diese Gruben später wieder befüllt wurden, haben die Menschen Abfall und Keramik hineingeschüttet. Die Scherbe ist ein typischer Fund, sagt die studierte Archäologin. Außerdem habe sie Holzpfosten gefunden. Diese könnten für den Hausbau oder als Weidezaun verwendet worden sein.
Dass hier gegraben wird, liegt daran, dass Dr. Jana Fries vom Niedersächsischen Landesamt für Denkmalpflege aufgrund der dicken Humusschicht und der darunter liegenden Eschschicht archäologische Befunde vermutet hatte. Esch stammt aus dem Mittelalter, als Dung und Mist der Tiere auf dem Boden verteilt wurden, damit Pflanzen besser wachsen, weiß Katharina Kupke.
Und welche Folgen haben die Grabungen für das geplante Neubaugebiet? Wenn wir genug finden, könnte eine weitere Ausgrabung folgen.
Seit Dienstag laufen die Arbeiten auf dem drei Hektar großen Areal. Sie könnten schon am Freitag abgeschlossen sein. Alle 20 Meter wird ein zwei Meter breiter und im Schnitt 70 Zentimeter tiefer Streifen ausgehoben. Zuständig für die Vermessung ist Michael Pfau aus Leipzig. Er ist seit 1973 in dieser Branche tätig und hat sich vor zwei Jahren auf archäologische Grabungen spezialisiert.
