Ganderkesee - Die Landwirte in der Gemeinde Ganderkesee wollen ihre Positionen offen und konsequent nach außen vertreten: „Wir müssen uns selber engagieren, wenn unsere Interessen wahrgenommen werden sollen“, sagte Vorsitzender Cord Wübbenhorst nach der Jahreshauptversammlung des Ortslandvolkverbandes Ganderkesee am Dienstagabend im Gasthof „Zur Linde“ in Grüppenbühren. Gewünscht sei, so Wübbenhorst, „ein Dialog und kein Lobbyismus“.

In seinem Jahresbericht blickte Wübbenhorst vor den rund 50 anwesenden Mitgliedern auf den vergangenen Hitzesommer zurück. Trockenheit und Dürre hätten auch bei hiesigen Landwirten zu Ernteeinbußen von bis zu 50 Prozent geführt. Aber: „Der Verbraucher spürt es nicht!“ Was hierzulande nicht geerntet werde, komme dann eben aus anderen Ländern.

Den Schaden haben auf jeden Fall die Landwirte. Und sie konnten die Verluste nur schwerlich ausgleichen. Von den Hilfsprogrammen der Bundesregierung hätten nur wenige profitiert, meint Cord Wübbenhorst. Die Kriterien seien vielfach zu spezifisch und zudem der bürokratische Aufwand sehr hoch gewesen.

Die Futtermittelknappheit als Folge der geringen Erträge und ausgefallenen Heuernten wirke sich erst jetzt richtig aus, berichtete der Landvolk-Vorsitzende: „Vom Grundfutter ist generell zu wenig da, und wenn doch, dann mangelt es an Qualität.“ Die Landwirte seien gezwungen, energiehaltiges Futter zuzukaufen. Dass die Preise dafür moderater sind als befürchtet, sei eine der wenigen guten Nachrichten für die Landwirtschaft.

Bei den Vorstandswahlen wurden Onno Osterloh und Volker Schmidt als stellvertretende Vorsitzende bestätigt, ebenso Carsten Strudthoff als Vertreter. Das Amt des Schriftführers übernahm Axel Iben von Lars Hüneke.


Beeindruckend fanden viele Landvolkmitglieder den anschließenden Vortrag von Hans Höffmann. Der Reiseveranstalter und Busunternehmer schilderte seinen Werdegang von der Banklehre in die Selbstständigkeit bis hin zum erfolgreichen Unternehmer mit mehreren hundert Mitarbeitern. „Ein Macher, der Mut macht“, zollte Cord Wübbenhorst dem Gast hohen Respekt.