GANDERKESEE - Die Arbeitsbedingungen für die Männer des Ganderkeseer „Büko“ klingen nicht eben verlockend. Die Zeit im Nacken, muss mitunter ziemlich rangeklotzt werden, oft nachts, auch am Wochenende, immer ohne Bezahlung. Trotzdem: Nachwuchsprobleme gebe es nicht, sagt Büko-Leiter Klaus-Dieter Stubbemann auch ein bisschen stolz. Einer der Gründe liegt auf der Hand: Die Bühnenaufbauer des Faschings sind eine eingeschworene Gemeinschaft, die beileibe nicht nur hämmert, bohrt oder tackert.
Am Donnerstagabend hatte das Büko hoheitlichen Besuch. Prinzessin Birte I. (Schreiber), Prinz Dieter II. (Ordemann) sowie die Ehrendamen Annika Poetzsch, Julia Strauß, Stefanie Grape und Christina Andersen wollten sich in den „Katakomben“ des Büko in der Heitmann-Halle ein Bild vom Stand der Vorbereitungen machen. Mittlerweile sei es Tradition, dass die neuen Faschingsregenten auf ihrer Tour zu den aktiven Gruppen zuerst beim „arbeitenden Volk“ vorbeischauen, meinte Stubbemann vergnügt.
Zurzeit herrscht beim Büko noch so etwas wie die Ruhe vor dem Sturm. Die 20-köpfige Gruppe trifft sich jeweils am Donnerstagabend, um den Bühnenaufbau vorzubereiten. Die heiße Phase beginnt eine Woche vor dem ersten Büttenabend: Dann gilt es, mit dem Inhalt von vier Übersee-Containern und fünf Lkw-Ladungen die alte Steinacker-Turnhalle in eine Festhalle zu verwandeln. Da muss der Fußboden ausgelegt, die Bühne aufgebaut, die Deko angebracht, die Küche installiert werden. Mehrere Büko-Mitglieder nähmen sich dafür Urlaub, sagte Stubbemann. Und die Arbeitszeiten? „8 bis 24 Uhr.“
Ein ähnlicher Kraftakt folgt nach den Büttenabenden. Dann muss alles abgebaut werden. Die zur Verfügung stehende Zeit: „Ein Tag“.
Das Bühnenaufbaukommando war 1971 gegründet worden – als der Fasching in die noch neue Steinacker-Halle einzog. Von Beginn an stand die Crew im Ruf, aus Praktikern zu bestehen – die auch mal Fünfe gerade sein lassen.
Das hat sich übrigens mittlerweile auch in Wien oder Warschau, in Swinemünde oder München herumgesprochen. Denn die Bühnenaufbauer fliegen jeweils im Sommer für ein paar Tage aus. So schauten sie sich in Dresden die Semperoper an und ließen sich in einem türkischen Bad in Istanbul den Rücken massieren. Das Prinzip der Ausflüge ist immer gleich: Tagsüber gibt’s Kultur, abends Geselligkeit.
