Bis 2030 werde die Zahl der Ganderkeseer um 2,2 Prozent sinken, sagt die Bertelsmann Stiftung. Die Bürgermeisterin schildert, wie das verhindert werden soll.
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GANDERKESEE - Der demografische Wandel lässt grüßen. Während die Stadt Wildeshausen und die Gemeinde Hatten bis 2030 mit steigenden Bevölkerungszahlen rechnen können (um 10,5 beziehungsweise 6,7 Prozent), werden alle anderen Gemeinden im Landkreis schrumpfen – Ganderkesee um 2,2 Prozent. Das hat die Bertelsmann Stiftung jetzt in einer Studie zur Zukunft der deutschen Kommunen prognostiziert. Doch Bürgermeisterin Alice Gerken-Klaas zweifelt an der Verlässlichkeit solcher Zahlen: Nach Prognosen des Kommunalverbundes sehe sie für Ganderkesee eher minimale Verluste.
Ganderkesee setze in der Gemeindeentwicklung auf eine Zwei-Wege-Strategie: Wohnbebauung im größeren Stil finde nur in den Grundzentren Ganderkesee, Bookholzberg und Heide/Schierbrok statt – während in den kleinen Orten ein Bauen „in Maßen“ und „überwiegend nach dem Einheimischenmodell“ (für junge Leute aus dem Dorf) möglich sein solle.
In Bergedorf sei das „exzellent gelaufen“, in Havekost/Hengsterholz und Schönemoor solle es eine ähnliche Entwicklung geben. In Steinkimmen sei das Bauen wegen Erschließungsproblemen auf Eis gelegt. Hohenböken biete Möglichkeiten der Lückenbebauung, die aber zurzeit nicht genutzt würden.
„Wenn Menschen hier wohnen möchten, sollten wir versuchen, den Bedarf zu decken“, schilderte die Bürgermeisterin ihre Ansicht. Das heiße auch, gegebenenfalls weitere Baugebiete „auf der grünen Wiese“ anzuschieben. „Genauso wichtig“ sei, einen Blick aufs Baulückenkataster zu werfen. Nur: Sie habe den Eindruck, dass dadurch allein der Bedarf nicht zu decken ist.
Sehr unterschiedlich
haben sich die Bauerschaften und Ortsteile der Gemeinde Ganderkesee in den vergangenen Jahren entwickelt. Das zeigt der Vergleich der Einwohnerzahlen vom 1. Juli 1991 mit dem 1. Juli 2011 (jeweils nur 1. Wohnsitz). In diesem Zeitraum wuchs die Gemeinde insgesamt von 27 350 auf 30 808 Einwohner. Die klaren Gewinner: die Grundzentren Heide/Schierbrok (plus 1183 Einwohner), Ganderkesee (1097) und Bookholzberg (588).
Den größten prozentualen Zuwachs
verzeichnete allerdings das vergleichsweise kleine Almsloh (269 Prozent), bedingt durch das auf Almsloher Gebiet liegende neu hinzukommende Ganderkeseer Baugebiet Helmut-Denker-Weg. Und so geht die Gewinner-Liste weiter: Schierbrok (30,8 Prozent), Heide I und II (28,4), Hoyerswege (21,5), Ganderkesee I und II (13,9), Bookholzberg I und II (13,4), Neuenlande (12,3), Holzkamp (11,7) und Falkenburg/Habbrügge (10,4).
Weitgehend konstant
blieben die Zahlen von Stenum, Rethorn, Grüppenbühren, Bergedorf, Bookhorn sowie Elmeloh.
Die Liste der Verlierer
wird angeführt von Havekost (minus 15,7 Prozent), Schönemoor (minus 13,6), Steinkimmen (minus 13,5) und Schlutter (minus 12,8). Geringere Verluste hatte Hohenböken (minus 7,5). @ Die Studie der Bertelsmann Stiftung ist zu finden unter