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Bildung „Mr. Pen“ startet mit viel Kredit

GANDERKESEE - Das Warenangebot im Vorratsschrank ist bisher recht übersichtlich, und die Nachfrage war am ersten Tag eher verhalten. „Aber wir haben noch einiges auf Lager“, sagt Alina Behrens. Und sie fangen ja auch gerade erst an in der Schülerfirma „Mr. Pen“, die am Montag in der Haupt- und Realschule Ganderkesee den Verkauf von Schreibwaren und Büromaterialien eröffnete. „Das muss sich jetzt einspielen und in der Schule herumsprechen“, blickt auch Lehrer Jan Mielcke mit gelassener Zuversicht auf das Projekt.

32 Schülerinnen und Schülern des 9. und 10. Jahrgangs haben dem „Kick-off“ der Schülerfirma seit Wochen entgegengefiebert. Sie alle werden im Wahlpflichtkursus Wirtschaft von Jan Mielcke unterrichtet, und der möchte die Jugendlichen auf diese Weise mit praktischen ökonomischen Anforderungen vertraut machen. „Die Schulen sollen Wirtschaft praxisnah unterrichten“, erklärt der studierte Wirtschaftspädagoge, „denn allein in der Theorie ist der Stoff nur sehr schwierig aufzunehmen.“

Durch die Arbeit in der Schülerfirma indes erlernen die Teilnehmer Schlüsselkompetenzen wie Teamfähigkeit oder Verantwortung, gerade auch in Finanzangelegenheiten. „Denen ist schon bewusst“, schildert Mielcke, „dass sie jetzt erst einmal mit 300 Euro Schulden anfangen.“

Den „Kredit“ erhielt die Firma vom Förderverein der Schule, dessen Vorsitzende Else Löw am Montag auch verbale Starthilfe gab: „Ein ganz wichtiges Projekt – die Schüler sind viel motivierter, wenn es um die eigene Sache geht.“

Große Begeisterung

Das bestätigt Jan Mielcke: „Schon bei der Vorbereitung war die Begeisterung zu spüren. Ich bin sehr angetan davon, wie die Schüler mitziehen.“ Der Lehrer lobt nicht nur die „große Leistungsbereitschaft“, sondern auch den Ideenreichtum der jungen Firmengründer. Es gebe schon viele Pläne zum Ausbau der geschäftlichen Aktivitäten.


Vorschläge wie Lolli-Verkauf oder Waffeln backen hat Mielcke aber zurückgewiesen. „Wir wollten einen sinnvollen Hintergrund für die Firma.“ Deshalb beschränkt sich das Angebot zunächst auf Schreibblöcke, Anspitzer, Geodreiecke , Stifte . . . – Dinge, die jeder Schüler jeden Tag braucht und jetzt in der Schule auch kaufen kann. Das Material erhält die Schülerfirma vom Schreibwarengeschäft Stöber zu besonders günstigen Konditionen.

Lernen fürs Leben

Einkauf, Preiskalkulation, Marketing, Kundenservice, Entwicklung – für alle Abläufe haben die Schüler eigene Abteilungen gegründet, wie in einer echten Firma. Demnächst wollen sie auch Bewerbungsgespräche mit künftigen „Mitarbeitern“ führen. So lernen sie fürs Leben.

Hergen Schelling
Hergen Schelling Redaktion für den Landkreis Oldenburg (Leitung)
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