GANDERKESEE/BREMEN - Kapitän Sven Balzersen ist gerade gelandet. Für Atlas Air Service war er am Vormittag auf einem Charter-Flug nach Norwegen unterwegs und steigt jetzt in Bremen aus der „Cessna Citation 3“. Das Ganderkeseer Unternehmen verkauft Geschäftsreiseflugzeuge und ist seit 2009 mit einer Wartungshalle auch in der Hansestadt ansässig.
„Einige unserer Maschinen dürfen in Ganderkesee nicht starten und landen“, erklärt Pilot Balzersen. Die Landebahn sei relativ kurz und eigne sich nicht für die größeren Jets der Firma. Auch deshalb habe sich das Unternehmen entschlossen, den Standort in Bremen für etwa 14 Millionen Euro auszubauen.
Hauptsitz in Ganderkesee Die Werft in Ganderkesee werde als Hauptsitz aber in jedem Fall gehalten, so Balzersen. Atlas Air Service ist Europas größter Vertreiber von Cessna Citation Jets.
Um diese Maschine fliegen zu können, müssen immer zwei am Steuer sitzen. Co-Pilot Thomas Hampp ist deswegen ebenso erschöpft wie sein Kollege – schließlich mussten beide schon um 6 Uhr morgens an der Startbahn stehen. Mit den 750 km/h, die die Cessna leistet, waren die Männer jedoch schnell am Ziel.
Ideal für Geschäftsleute
Vier Flugzeuge hat Atlas Air für den Charterbetrieb vorgesehen. Dabei werden Geschäftsleute direkt zum gewünschten Ort transportiert, ohne den Umweg über möglicherweise abgelegene Flughäfen nehmen zu müssen. Maximal neun Passagiere haben in der Kabine Platz – in der man nur in den größeren Maschinen wie der „Citation 10“ aufrecht stehen kann.
Bis zu 4000 Kilometer ohne Stop kann eine Cessna fliegen. Ihre Lebensdauer hänge davon ab, wie gut sie in Stand gehalten wird, so Balzersen. „Unsere Flotte ist sehr jung. Das Durchschnittsalter der Maschinen beträgt drei Jahre. Wir haben aber auch ein Flugzeug, das zehn Jahre auf dem Buckel hat und einwandfrei läuft“, sagt er.
Nach einem anstrengenden Tag in dem modernen aber engen Cockpit freut sich Balzersen nun auf einen ruhigen Abend – mit beiden Beinen auf dem Erdboden.
