GANDERKESEE/BREMEN - Sicher, wenn etwas nebenbei für sein Unternehmen herausspränge, sei das auch gut, so Rüdiger Klose. In erster Linie aber diene das Engagement, das der „STAROFIT“-Geschäftsführer und seine Frau Doris Klose-Doehring für ihren Gast aufbringen, einem anderen, einem großen Ziel: „Frieden fängt in der kleinsten Zelle an, in der Familie oder in der Uni“, meint Doris Klose-Doehring, die jetzt einen zweiten Studenten der Bremer Jacobs University betreut. Und der Austausch der Kulturen könne für das friedliche Zusammenleben auf der Welt nur hilfreich sein.

„Wir haben fünf Jahre Erfahrung“, berichtet sie von einer Rumänin, die bei Kloses eine zweite Familie auf Zeit gefunden hatte. Man habe nicht nur viel über die andere Kultur erfahren, es sei auch Freundschaft entstanden.

Nachdem die junge Rumänin ihren Masterabschluss in der Tasche und einen Job bei Microsoft in Dublin angetreten hatte, übernahmen die Kloses sofort die Betreuung eines anderen „Freshman“, wie die neuen Studenten genannt werden. Und da sie gerne „einen jungen Menschen aus einem anderen Kulturkreis“ kennenlernen wollten, fiel ihre Wahl schnell auf einen jungen Inder: Der 19-jährige Sayandeep Khan studiert seit Ende August „Earth- and Space-Science“ (Geowissenschaften und Astronomie). Bis zu seinem Bachelor wohnt der Mann aus Westbengalen auf dem Campus. Hilfe erhält er bei Kleinigkeiten wie der Beschaffung von Bettwäsche oder der Suche nach einem Fahrradhändler. Die Unterstützung umfasst aber auch Einladungen zu Privat- oder Firmenfeiern – Kontakte eben.

„Es ist wichtig, dass die Studenten Kontakt zu Deutschen bekommen, etwas von Deutschland kennenlernen“, so Doris Klose-Doehring. Sie selbst habe das als junges Mädchen in England erfahren. Und Sayandeep Khan sucht den Kontakt: Anfang Oktober werde er nach Ganderkesee kommen – zum Fallschirmspringen, überraschte er selbst seine Gastfamilie.

Am Montag waren Kloses mit einem guten Dutzend anderer Unternehmer aus dem Landkreis der Einladung der Wirtschaftsförderungsgesellschaft (WLO) gefolgt und machten sich vor Ort ein Bild von der Hochschule. Vizepräsident Alexander Ziegler-Jöns informierte über die Einrichtung mit 1200 Studenten aus 91 Nationen. Die verstehe sich als „Partner der mittelständischen Wirtschaft, die international ausgerichtet ist“, wie Ulf Hansen aus der Universitätsverwaltung ergänzte.


Und dass viele der Absolventen später Spitzenpositionen in aller Welt einnehmen werden, könnte dann doch dem Ganderkeseer Unternehmen zugute kommen.