GANDERKESEE/BRINKUM - Ein kleiner Kaffeelöffel als Türöffner: Damit hatte die Ganderkeseer Unternehmensgruppe Meyer Technik unerwartet großen Erfolg. Als „unsere einfachste Lösung für Ihre Förder- und Mischaufgaben“ hatte die Meyer-Firma HM Anlagentechnik (Brinkum) den Löffel an 100 ausgesuchte Unternehmen aus der Nahrungs- und Genussmittelindustrie geschickt – um sie dann mit dem Zusatz „Viel lieber stellen wir uns aber Ihren größeren Herausforderungen“ auf die HM-Kompetenz in der Produktion spezieller Förder- und Lageranlagen aufmerksam zu machen.
Herausgekommen ist dabei nicht nur der Kontakt zu 15 neuen Kunden, der schon zu zwei Aufträgen führte, sondern auch der zweite Preis im Marketing-Wettbewerb des Deutschen Handwerks. Den mit 5000 Euro dotierten Preis nahm Meyer-Geschäftsführer Uwe Kalwitz kürzlich in Nürnberg entgegen.
Solider Kundenstamm
Fördern, mischen, dosieren, lagern: Für diese Funktionen bietet HM Anlagentechnik individuelle Lösungen an. Längst stehen große Namen wie Nestle und Tchibo, Klöckner oder Airbus auf der Kundenliste der Meyer-Firma. „Der Kundenstamm ist solide, aber nicht auf Masse angelegt“, erläutert Norris Haberland, der bei Meyer Technik für den Marketing-Bereich verantwortlich ist. Gemeinsam mit Henning Schulte, Geschäftsführer der HM Anlagentechnik, kam er auf die Idee mit dem Löffel.
Vor der Versand-Aktion, im Fachjargon als Mailing bekannt, hatten sie intensiv recherchiert, welche Unternehmen ins Kundenprofil passen könnten und wer dort jeweils die richtigen Ansprechpartner wären. Und hinterher wurde das persönliche Gespräch gesucht. „Ach, Sie sind das mit dem Löffel“, war häufig die erste Reaktion.
Vertrauen muss wachsen
Sympathie hatte das Meyer-Marketing damit schon bei den potenziellen Neukunden gewonnen, nun galt und gilt es, daraus Vertrauen wachsen zu lassen. Viele der Angeschriebenen „probieren uns erstmal aus“, weist Meyer-Geschäftsführerin Miriam Rudnitzki auf die nachhaltige Wirkung der Mailingaktion hin, die nur eines von mehreren Projekten ist, mit denen Meyer neue Marketing-Wege beschreitet. Spezialisiert, zugleich aber effizient, müsse die Ansprache sein, meint Rudnitzki. Wichtig sei, bei den Entscheidern der Unternehmen „im Hinterkopf zu bleiben“.
„Wir verkaufen nicht dauernd wie ein Händler“, erklärt Miriam Rudnitzki, „unsere Kunden investieren nur alle paar Jahre.“ Also müsse man „dranbleiben, Stehvermögen zeigen“, ergänzt Henning Schulte, und unaufdringlich, aber wirkungsvoll die eigene Kompetenz präsentieren. Mit dem Löffel hat’s schon mal gut funktioniert.
Neues Konzept
In neuer Form
präsentiert sich die Unternehmensgruppe Meyer Technik Kunden und Öffentlichkeit. Waren bisher in Prospekten und Internet die einzelnen Firmen und Standorte um den roten „Meyer-Würfel“ gruppiert, so werden jetzt die Leistungen und Kompetenzen hervorgehoben. Zum neuen Marketing-Konzept gehört auch, dass die Mitarbeiterzeitschrift „Mensch Meyer“ an Kunden verschickt wird.Meyer Technik beschäftigt zurzeit 230 Mitarbeiter an den Standorten Ganderkesee, Brinkum, Rostock, Berlin und Laziska Górne (Polen)
