GANDERKESEE/DöTLINGEN - Von weitem könnte man ihn mit einem Bagger verwechseln. Aber der „Harvester“, der seit voriger Woche und wohl noch etwa einen Monat lang in zentralen Bereichen des Stühe im Einsatz ist, kann viel mehr. Der Holzvollernter fällt Bäume, er entastet sie, schneidet das Holz je nach Verwendungsbereich zurecht – und er ist ein wichtiger Bestandteil bei der Pflege des Waldes. Und eben um diese Pflege geht es derzeit.

Bereits im Vorfeld der Aktion hatte Förster Johannes Steffens mit roter Farbe diejenigen Bäume markiert, die Fahrer Ludger Ostendorf mit dem Harvester greifen soll. Ältere Bäume mit wertvollem Holz seien nicht dabei, erläutert der Revierleiter. Vielmehr gehe es um eine Durchforstung junger Mischbestände – mithin darum, den verbleibenden Bäumen den für die Weiterentwicklung benötigten Kronenraum zu geben. Das sei in Abständen immer mal wieder nötig. Die Faustformel: „Alter des Bestandes durch zehn“ – das ergebe die Zahl der Jahre, bis die nächste Durchforstung ansteht.

Außer dem (mit Joystick zu bedienenden) Harvester wird bei den Arbeiten ein Rückezug eingesetzt. Hier sitzt Stefan Berndmeyer am Steuer. Sein Part: Berndmeyer sammelt die Holz-Sortimente ein und bringt sie an einen Lkw-fähigen Weg.

Dabei dürfen die Fahrer mit ihren tonnenschweren Geräten beileibe nicht nach eigenem Belieben durch den Wald steuern. Vielmehr gibt es ein „Verkehrsnetz“ aus Gassen, durch weiße Halbringe an Bäumen gekennzeichnet. Denn es gelte zu verhindern, dass der Boden unnötig verdichtet und der zu pflegende Bestand beschädigt wird..

Bei dem Einsatz der hochtechnisierten Maschinen ist dem Revierleiter „natürlich bewusst“, dass hierdurch auch Arbeitsplätze im Wald vernichtet wurden. Doch hier trauert er der früheren Praxis keine Träne nach: Das manuelle Druchforsten „ist gefährlich, es hat immer wieder Unfälle gegeben. Auch tödliche“. Und: Die Arbeit sei so schwer gewesen, „dass die Forstwirte im Schnitt schon mit 56 in Rente gingen“.


Übrigens: Steffens appellierte an Waldbesucher, während der Arbeiten mit Harvester und Rückezug die Absperrmarkierungen zu beachten. Die Fahrer könnten herannahende Personen mitunter nicht sehen. Und: Mitunter würden mehrere Bäume wie beim Domino-Effekt fallen. „Die dadurch entstehende Gefahr kann ein Laie nicht einschätzen.“