Ganderkesee - Die Kritik der Landwirte am Flurbereinigungsverfahren und die Kritik an ihnen für ihre Verantwortung beim Klimawandel haben am Mittwochabend das Debattenklima im Ganderkeseer Ausschuss für Landwirtschaft-, Umwelt- und Klimaschutz nachhaltig belastet. Krachend fiel zudem die vorgestellte Klima- und CO
In Zeiten des globalen Klimawandels scheint alles mit allem zusammenzuhängen: Vordergründig machten die 20 erschienenen Landwirte in der Fragestunde vor dem Punkt „Kosten der Flurbereinigung im Welsetal“ noch einmal in aller Deutlichkeit ihre Position klar: keine Teilnahme, sofern sie zahlen müssen.
In Sorge: 18 Hektar weg
Schließlich würden 18 Hektar an landwirtschaftlicher Nutzfläche entfallen. „Die Gemeinde profitiert durch den damit verbundenen Wegebau mehr als wir Landwirte“, beschrieb Sprecher Dieter Osterloh die Sicht der Dinge.
Hintergründig arbeitete sich ein Teil der anwesenden Landwirte aber an dem seit Langem tief sitzenden und heiß schwelenden Konflikt zwischen den Erzeugern und den Ganderkeseer Grünen ab. Wegen der auch in der Gemeinde immer emotionaler geführten Debatte um die Verantwortlichen der Klimakrise gipfelte dies in einem Generalangriff auf den Ausschussvorsitzenden und Grünen-Ratsherrn Dr. Volker Schulz-Berendt.
Zoff um Schuldzuweisung
Der hatte zuvor – ebenfalls hoch emotional – in einer Pressemitteilung den Bauern in mehreren „Anklagepunkten“ ihre Beteiligung an der Misere vorgehalten. Das wollten die Landwirte nicht auf sich sitzen lassen. Den Grünen-Fraktionschef traf eine verbale Explosion, darunter der Vorwurf, „Populismus und absolute Hetze nicht weit weg von der AfD“ zu betreiben.
Vor einer weiteren Eskalation unterband Bürgermeisterin Alice Gerken die Anfeindungen und bot an, im nicht öffentlichen Teil des Ausschusses nach einer Lösung in Form eines moderierten Gesprächskreises zu suchen. Gerkens Wunsch: „Es soll hier kein Tribunal entstehen.“
In Sachen Flurbereinigung könnte es zu einem „Kuhhandel“ kommen: Weil die eine Hälfte der betroffenen Straßen im ländlichen Wegebau von allen Bürgern benutzt werde, könnte die völlige Entlastung der Landwirte am Ende allen nützen. Von den geschätzten insgesamt 1,1 Millionen Euro müssten wohl ein Drittel in den Heidenwall, weitere 80 000 Euro für die Orthstraße investiert werden.
Hoffen auf Fördergelder
Das setze aber entsprechend hohe Fördergelder voraus. Noch stünden die Zahlen nicht fest, betonte Fachbereichsleiter Peter Meyer. Darum, so Heinz-Peter Häger (SPD), würde man sich auch noch nicht positionieren. Die Grünen lehnten die Gedankenspiele klar ab. Die Landwirte Jürgen Struthoff (FDP) und Volker Schmidt (Freie Wähler) unter den Ausschussmitgliedern signalisierten dagegen ein Interesse ihren Fraktionen an dem „Deal“.
Klimabericht fällt durch
Einig waren sich die Ausschussmitglieder wie auch der vortragende Klimaschutzmanager über Mängel und Versäumnisse bei der extern berechneten Klima- und CO
