GANDERKESEE - Blau, weiß, gelb, grün und rot: Wenn im Hause Meyer der Ganderkeseer Faschingsumzug geplant wird, sieht das fast so bunt wie später die Kostüme und Festwagen aus. Ganz ohne Computer und Co. wird dort nämlich die Reihenfolge der Wagen und Fußgruppen nach alter Väter Sitte per Karteikarten-Stecksystem festgelegt. „Das ist einfach mit Abstand die übersichtlichste Methode“, erläutert Klaus Meyer, der zugibt, „ein bisschen ist das hier so wie in den Schulen, wenn der Stundenplan gesteckt wird“.
Ihm zur Seite stehen Fritz-Werner Bergmann, Detmar Köhler, Hermann Schwarting, Hans-Jürgen Schwarting, Konrad Lübbe, Werner Bochmann und Ronald Bachmann – und sie alle wissen, wofür die einzelnen Farben stehen: „Weiße Karten sind ein Festwagen, grüne Karten stehen für eine Fußgruppe, gelbe für Musikzüge und die blauen für Fußgruppen mit Mottowagen“, verrät Meyer. Und die roten Pappen? „Nun ja, das sind Platzhalter für die Nachzügler, die erfahrungsgemäß kurz vorher noch anrufen und mitfahren wollen.“
Insgesamt 150 Einladungen schickt die GGV alljährlich heraus, um Vereine und Gruppen zum Umzug einzuladen. Wesentlich mehr Papier ist bei der Planung des närrischen Treibens um den Ring im Spiel: „Wir verbrauchen ungefähr 5000 Blatt für die gesamte Planung und Abwicklung“, nennt Meyer eine eindrucksvolle Zahl. Generell versuchen die Planer natürlich die Wünsche der Gruppen zu berücksichtigen: „Aber es können nun einmal nicht alle in der Mitte laufen.“ Über die Jahre, grinst Fritz-Werner Bergmann, der den Zug auch seit Jahren live kommentiert, habe man daher die „Mitte“ immer wieder neu definiert: „Mittlerweile reicht sie von Nummer 20 bis kurz vor das Ende des Zuges“, scherzt er. Damit es gerecht zugeht, werden die Karteikarten über Jahre wiederverwendet – und auf den Rückseiten notiert, an welcher Position die Gruppe in den Vorjahren jeweils gestartet ist.
Feste Nummern gibt es nur für wenige: „Die Polizei steht bei uns natürlich immer an erster Stelle und der Prinz kommt immer zuletzt“, heißt es aus der Runde. Hinzu kommen die Kinderprinzen an Platz zwei, der Präsidiums-Ganter, der das erste Drittel abschließt, sowie die Ex-Prinzenpaare als Abschluss des zweiten Drittels.
Zu achten haben die Planer vor allem darauf, dass sich für den kompletten Umzug ein „schönes, rundes Bild“ ergibt. In diesem Jahr werde jedoch ein Schwerpunkt im ersten Drittel gesetzt: „Weil Ministerpräsident Christian Wulff nicht so viel Zeit hat, aber natürlich einige Hochkaräter sehen soll.“
Schwierigkeiten gibt es manchmal mit der Musik: „Fast alle Gruppen beschallen ihre Wagen, und dann besteht die Gefahr, dass sie zu stark aufdrehen.“ Der Grund: „Die Boxen sind bei vielen nach außen gerichtet, so dass man innen weniger hört und lauter dreht“, weiß Meyer. Sein Appell lautet daher: „Die Boxen sollten nach innen zeigen.“ Dies sei angenehmer für die Besucher am Straßenrand und fair gegenüber den Musikzügen. „Die haben sonst einen schweren Stand.“
