GANDERKESEE - Das hat es beim Ganderkeseer Fasching wohl noch nicht gegeben: Eine Straßengemeinschaft ist unter die Tribünen-Bauer gegangen um den Umzug der Narrengemeinde ganz gemütlich mitzuerleben. Wir haben alles gegeben, lachte Mit-Bauerin Petra Stehr am Freitagnachmittag nach vollbrachter Tat als alle Helfer mit einem Sekt auf die Nordweg-Kurve 2012 anstießen.
Seit Jahren reden wir schon darüber, erinnerte sich Wilfried Rabs, einer der Nachbarn aus der Bernhard-Winter-Straße. Natürlich habe man während dieser Zeit den Fasching kostümiert mitgefeiert aber stets nur als jubelndes Fußvolk. Vor einem Jahr reifte dann der Plan, den Umzug von einer Tribüne aus zu genießen. Ein guter Standort war schnell gefunden: der Garten von Nachbar Nikolaus Ritter, Nordweg 11.
Gesagt, getan. Bernhard Stehr übernahm es, sich in Oldenburg bei einem Tribünen-Verleih umzusehen. Die kleinste Einheit wollten die Nachbarn, geeignet für etwa 25 Leute. Der Verleiher, so hieß es, habe ziemlich erstaunt geguckt: Das war das erste Mal, dass jemand eine seiner Leih-Tribünen im Vorgarten aufstellen wollte.
Natürlich habe man auch dafür gesorgt, dass es nicht zu frisch wird beim Sitzen, erklärte Petra Stehr. Sitzkissen stünden zur Verfügung, auch heiße Getränke, vielleicht auch noch ein Heizpilz.
Übrigens: Die Nachbarn von der Bernhard-Winter-Straße gelten seit Jahren als eingefleischte Gemeinschaft. So tanzten sie schon als Teletubbies um den Ring, unternehmen gemeinsam Reisen, Kohlfahrten oder Glühweinfeste. Ihre Tribüne, so sagen sie, sei wie ein Umzugsbeitrag. Das wäre dann die Nummer 111.
