GANDERKESEE - Mit Heringsessen und Faschings-Begräbnis endet morgen die Session 2006. Gestern zogen die Tollitäten ein ganz privates Resümee.
Von Karsten Kolloge
GANDERKESEE - Prinz Peter II. hatte am kalten Umzugstag seine Stimme verloren. Prinzessin Kerstin I. vermisste ein paar Pailletten, die Ehrendamen litten unter Muskelkater vom Kamellewerfen. Keine Frage: Die Faschingszeit forderte ihren Tribut. Doch wer erwartet hatte, dass die Tollitäten müde sein müssten, der irrte gewaltig: Quietschfidel schlugen sie, begleitet von einer GGV-Delegation, gestern in der NWZ -Redaktion in Ganderkesee auf. Ob sie noch einmal zur Verfügung stehen würden? „Aber logisch!“Bei den vier Büttenabenden, so sagte Prinz Peter in einem Fazit, sei „stimmungsmäßig eine klare Steigerung“ erkennbar gewesen. Am schönsten fand Kerstin den letzten der Abende, als Markus Weise alias Brisko Schneider in Herzchen-Unterhose ihren Prinz knutschte: „Ich hätt’ mich wegschmeißen können.“
Zum Ausschlafen war in diesen Wochen nur wenig Zeit. Am kürzesten sei die Nacht zwischen der Heimkehr vom dritten und dem Friseurtermin für den vierten Büttenabend gewesen, erinnerte sich Ehrendame Kerstin vergnügt: „Eine Stunde.“
Und der Umzug? „Überwältigend“, fand Prinzessin Kerstin. Als sie morgens abgeholt wurde und erstmals die von ihren Nachbarn auf ganzer Länge geschmückte Straße Donnermoor sah, „da musste ich schon schlucken“. Prinz Peter hatte in Habbrügge ähnliche Empfindungen: „Das ist schon ergreifend.“
Ziemlich überrascht waren die Prinzessin und die Ehrendamen, als sie abends mitten im Feiern einen kurzen Abstecher zur Polizei machten, um den Alcomat zu testen. Dreimal zeigte das Gerät „0,0“ an. „Da hätten wir mehr erwartet“, gestand Ehrendame Christina verschmitzt. Nur Saskia räumte ein, dass ihr Ergebnis mit 0,4 etwas höher ausgefallen war – „aber das können Sie ja rauslassen.“
Für die pragmatische Prinzessin hatte der Umzug übrigens noch einen willkommenen Nebeneffekt: Die Bögen, die die Nachbarn zum Schmücken der Stichstraße zu ihrem Haus errichtet hatten, könnten doch eigentlich gleich stehen bleiben. Schließlich will Kerstin am 20. Mai heiraten.
Aber zuvor stehen da noch letzte Amtshandlungen als Faschingshoheit an. Morgen, Mittwoch, will man es sich beim Heringsessen im Rathaus schmecken lassen. Abends ab etwa 20 Uhr folgt das Faschings-Begräbnis: Die ausgespülten Portemonnaies werden in einen Sarg gelegt, der dann den „Fluten“ der Dummbäke überlassen wird.
