Ganderkesee - Sie müssen ihre Augen überall haben: die Schwimmmeister. Im Freibad in Ganderkesee sorgen insgesamt zehn Mitarbeiter für die Sicherheit der Badegäste, auch bei sengender Sonne und extremen Temperaturen. „Bademeister“ werden die Mitarbeiter umgangssprachlich genannt. Doch dieser Begriff ist ebenso falsch wie das Vorurteil, dass sie nur „herumstehen“ würden: Die Fachangestellten für Bäderbetriebe, so die offizielle Berufsbezeichnung, haben viele verantwortungsvolle Aufgaben. Unter der Leitung von Henry Peukert als Geschäftsführer der Saunahuus Bäder- und Saunabetriebsgesellschaft übernehmen die Mitarbeiter zum Teil auch Aufgaben im Saunahuus und im Hallenbad.

„Das ist ein Job, den muss man leben“, sagt Carola Brohmann, und Horst Wachtendorf nickt zustimmend. Beide gehören zum Schwimmmeister-Team des Freibads. Ihre Schicht beginnt bereits um 5.15 Uhr, obwohl das Bad erst um 7 Uhr öffnet. Bis dahin erledigen sie Reinigungsarbeiten und Kontrollen. Am meisten Spaß macht den Schwimmmeistern die Arbeit mit den „abwechslungsreichen Charakteren“, auf die sie täglich treffen. Außerdem sei die Arbeit an der frischen Luft mit das Beste an dem Job.

Mit Hundebadetag geht die Saison zu Ende

Im August stehen im Freibad und im Saunahuus am Heideweg noch einige Sonderveranstaltungen auf dem Programm. So heißt es am kommenden Freitag, 10. August, ab 18 Uhr wieder „Grill & Chill“, eine Kombination aus Entspannung in der Sauna und Schlemmen am Buffet. Tickets sind am Empfang erhältlich.

Eine Pool-Party findet am Samstag, 11. August, statt: Von 13 bis 18 Uhr bietet das Bäder-Team Spiel und Spaß im Wasser und am Beckenrand, von 10 bis 14 Uhr ist die Gastronomie zum Frühstücksbrunch geöffnet.

Letzter Badetag im Freibad ist am Sonnabend, 1. September – das gilt aber nur für Zweibeiner. Am Sonntag, 2. September, dürfen dann die Vierbeiner ins Wasser: Erstmals findet ein Hundebadetag statt. Von 13 bis 17 Uhr dürfen die Tiere ins Wasser. Der Eintritt kostet 2 Euro pro Hund.

Danach schließt das Bad für rund eineinhalb Jahre: Wegen Umbau- und Sanierungsarbeiten fällt 2019 die Freibad-Saison aus.

Im Gegensatz zu Laien haben die Schwimmmeister einen ganz anderen, genaueren und weiteren Blick auf die Dinge. „Wir sehen ganz andere Sachen“, berichtet Carola Brohmann. Die 41-Jährige merkt an, dass man es im Blut haben müsse, alles erfassen zu können, was in den Bädern vor sich geht. Wichtig sei, im Fall der Fälle rechtzeitig zu reagieren. Die Aufsicht und die Rundgänge übernehmen immer zwei bis drei Schwimmmeister gleichzeitig. Wenn etwas seltsam aussehe, müsse man die Menschen ansprechen, erklärt Jasmin Lohmeier, die ebenfalls zum Team gehört.

Die wichtigste Aufgabe der Schwimmmeister ist das ständige Aufpassen auf alle Badegäste, damit deren Sicherheit gewährleistet ist. Sie passen auf, dass niemand ertrinkt, dass andere Schwimmer durch einzelne Personen – zum Beispiel beim Springen ins Wasser – nicht gefährdet werden und dass sich die Besucher nicht gegenseitig ärgern. Hinzu kommt auch die Behandlung derer, die sich verletzt haben. Schwimmunterricht, Wassergymnastik- und Aquakurse geben die Schwimmmeister zusätzlich.

Natürlich gehört zu den Aufgaben auch das Sauberhalten der Bäder in Verbindung mit der Technik. Regelmäßig müssen Wasseranalysen und Kontrollen vorgenommen werden. Aber auch leichte bis schlimmere Unfälle sind schon passiert. Die seien unvermeidbar: „Man kann nicht immer alles sehen“, sagt Horst Wachtendorf, der seinen Beruf seit 25 Jahren ausübt und das Freibad sein „zweites Zuhause“ nennt.

Hani Al Mohraji, Auszubildender im zweiten Lehrjahr, liebt seinen zukünftigen Job besonders – Kollegen schwärmen von seiner Einsatzbereitschaft. Der Spaß am Umgang mit Menschen, vor allem mit Kindern, und die Begeisterung für Sport hätten ihn dazu gebracht, diesen Beruf zu erlernen. Der 22-Jährige gibt in den Ferien Wassergymnastikkurse und motiviert Kinder zum Springen vom Drei- oder Fünf-Meter-Turm, wenn sie sich nicht trauen, aber den Sprung für ein Abzeichen brauchen.


Auch, wenn die Arbeit trotz Spaß und Vielfältigkeit manchmal anstrengend ist, gibt es für die Befragten keinen besseren Job. „Ich kann mir keinen schöneren Arbeitsplatz vorstellen“, sagt auch Schwimmmeister und Geschäftsführer Peukert.