GANDERKESEE - 28 Grad Lufttemperatur, das Wasser 23 Grad warm – aber keine Menschenseele ist im Ganderkeseer Freibad zu sehen. Die Türen sind geschlossen, und ein Zettel an der Wand klärt die verhinderten Badegäste auf: Weil im Wasser des Schwimmbeckens Bakterien nachgewiesen wurden, sahen sich die Gemeinde und das Kreisgesundheitsamt zur sofortigen Schließung der Anlage am Heideweg veranlasst.
Wohl mindestens bis kommenden Freitag, 28. August, kann in Ganderkesee nicht gebadet werden. „Das ist ärgerlich für die Gäste“, räumt Jürgen Ohlhoff ein, der Leiter des Gesundheitsamtes in Wildeshausen. „Aber es ließ sich nicht verhindern“. Die Gesundheit geht vor: Die Bakterien, bei denen es sich laut Ohlhoff um sogenannte Pseudomonas handelt, sind hoch infektiös und können u.a. Erkrankungen der Atemwege und Wundinfektionen auslösen. „Besonders Kinder sind gefährdet“, betont Ohlhoff, „bei denen führen die Erreger leicht zu Mittelohrentzündungen.“
Wie sich die Bakterien im Badewasser ausbreiten konnten, steht nicht sicher fest. Möglicherweise wurden sie durch Enten übertragen. Dies wurde auch in Wildeshausen vermutet, wo vor einigen Wochen das Freibad aus dem gleichen Grund für eine Woche geschlossen werden musste.
Mit einer hoch dosierten Chlorbehandlung versuchen die Mitarbeiter am Heideweg das Problem in den Griff zu bekommen. Am Mittwoch würden dann wieder Wasserproben entnommen, kündigte Jürgen Ohlhoff an. Vor Freitagmorgen sei nicht mit einem Ergebnis aus dem Untersuchungslabor zu rechnen. Das Wasser müsse völlig keimfrei sein – wenn dies der Fall sei, könne das Bad sofort wieder freigegeben werden.
Die meisten Badegäste hätten am Montag auf die sofortige Schließung, die gegen Mittag erfolgte, mit Verständnis reagiert, sagte die stellvertretende Freibad-Leiterin Heidrun Honisch. Wer noch im Wasser war, wurde gebeten, das Bad zu verlassen und erhielt den Eintritt erstattet. Aus Sicht der Gemeinde sei es „schade, dass das gerade in diesen warmen Tagen passiert“, meinte Fachbereichsleiter Friedrich Rohlfs.
