Ganderkesee - Zuletzt war die Praxis von Dr. Petra Butschek wegen der Corona-Schutzmaßnahmen geschlossen. An diesem Dienstag läuft der Betrieb – in eingeschränkter Form – wieder an. Wer dann zu der Ganderkeseer Kieferorthopädin kommt, muss sich darauf einstellen, dass sie und ihre Mitarbeiterinnen anders aussehen als üblich: „Wir werden Mundschutz und Schutzvisiere tragen“, kündigt Petra Butschek an.
Bei Kindern könne eine solche Veränderung zu Verunsicherung oder sogar Ängsten führen, weiß die Medizinerin aus Erfahrung. Sie bittet daher alle Eltern, ihre Kinder auf die Schutzmaßnahmen vorzubereiten. Verunsicherung nimmt Petra Butschek im Zusammenhang mit Covid-19 auch bei Eltern wahr. „Viele waren regelrecht erleichtert, als meine Mitarbeiterinnen sie anriefen, um Termine abzusagen oder zu verschieben“, berichtet sie. Auch sei es vorgekommen, dass Familien Termine ihrerseits abgesagt hätten.
Eine Sorge bleibt trotzdem: Wie wirkt sich das Aufschieben der Termine auf den Erfolg der kieferorthopädischen Behandlung aus? „Wir müssen in jedem Einzelfall abwägen, wie dringlich ein Besuch in der Praxis ist“, sagt Petra Butschek. „Priorität hat, das unkontrollierte Wirken von Mechaniken im Mund zu verhindern.“ Ihren Patienten und deren Eltern bietet die Fachzahnärztin während der Schließzeit an, sie privat zu kontaktieren, um Behandlungsprobleme zu besprechen.
Und noch eine andere Form der Unterstützung in der Krise bietet sie: Auf der Internetseite ihrer Praxis hat sie unter „Aktuelles“ ein Schreiben der Oldenburger Ärztin und Familientherapeutin Sabine Tewes veröffentlicht. Diese widmet sich aus aktuellem Anlass Ängsten und Unsicherheiten von Kindern und Erwachsenen und auch dem Umgang damit.
„Es geht vor allem darum, dass Ängste ernst genommen und nicht bagatellisiert werden sollen“, erklärt Petra Butschek, die als ganzheitlich arbeitende Kieferorthopädin neben der physischen auch die seelische Befindlichkeit ihrer Patienten in den Blick nimmt. „Auch Eltern dürfen zugeben, Ängste zu haben“, weiß die Medizinerin. Den Ansatz von Sabine Tewes findet die Kieferorthopädin deshalb so beachtenswert, weil sie um die Not der Patienten wisse. Familien seien in der Corona-Zeit noch stärker strapaziert als ohnehin schon. Die Pandemie sei „eine extreme Herausforderung“, weiß sie.
Auch wenn Petra Butschek und ihr Team Patienten in dieser Zeit äußerlich verändert gegenübertreten – eines ist ihr wichtig: „Auch mit Mundschutz haben wir ein Lächeln für Sie auf den Lippen“, steht auf einem Schild im Hausflur.
