GANDERKESEE - „Wir sind ein Verein, der die Kommunikation in der Gemeinde in Gang gebracht hat.“ Nicht den Schutz seltener Pflanzen und Tiere nennt Hans Siedenburg als erstes, wenn er den Erfolg des Fuhrenkamp Schutzvereins benennen soll. Auch nicht die (bisher) erfolgreiche Verhinderung der Verlängerung der Westtangente, immerhin der Grund, aus dem der Verein 2002 aus der Taufe gehoben wurde. „Unser Verdienst ist es, dass wir Sachlichkeit und Ruhe in die Diskussion gebracht haben“, meint der Vorsitzende anlässlich des fünfjährigen Vereinsbestehens.
Hervorgegangen aus der „Initiative gegen die innere Tangente (IgiT)“ hat sich der 230 Mitglieder zählende Verein längst zu einem anerkannten Naturschutzverein gewandelt: „Inzwischen sind wir eine Nummer, an die man sich Rat suchend wendet.“ Dabei habe sich „der Schwerpunkt der Arbeit im Laufe der Zeit durch die Beschäftigung mit dem Naturschutz verlagert“, beschreibt Siedenburg die Entwicklung. Wobei der „Glücksfall, im Vorstand mit Klaus Handke einen absoluten Experten zu haben“, eine große Rolle gespielt habe.
Längst reicht das Tätigkeitsfeld aber über den reinen Naturschutz hinaus: Ob die vielen Treffen, Umweltbildung in Schulen und Kindergärten oder Vortragsveranstaltungen, ob Zählungen von Erholungssuchenden oder Errichten von Bänken – alles werde von ehrenamtlich Tätigen erledigt, betont Siedenburg.
Da man aber das Anliegen habe, „etwas für die Natur zu tun und für den Ort“, werden man auch in Zukunft die gesamte Ortsentwicklung begleiten und sich zu Wort melden, wenn diese in die falsche Richtung gehe. „Wir wollen in der Gemeinde das Bewusstsein stärken, dass eine schöne Umgebung ein Standortvorteil ist“, so Siedenburg. Auch weil „die Straße nie ganz vom Tisch sein wird“.
Großes Thema der Zukunft sei aber auch wieder ein klassisches Naturschutzthema: die Weiterentwicklung des Dummbäketals, die südlich des Bürsteler Fuhrenkamps wieder einen ursprünglichen Bachlauf erhalten soll.
Und auch wenn Siedenburg durchaus ein langsam wachsendes Bewusstsein in der Bevölkerung ausgemacht hat, weiß der Vorsitzende des Fuhrenkamp Schutzvereins: „Das ist eine ganz lang angelegte Geschichte.“
