GANDERKESEE - Die zündende Idee kam über Nacht. Seitdem verhilft Simone Nordbruch zur Tiefenentspannung.
von daniela zenth
GANDERKESEE - „Als Kind habe ich große Träume gehabt. Ich wollte etwas Außergewöhnliches machen“, erzählt Simone Nordbruch. Die gebürtige Thüringerin hielt es nie lange an einem Ort. Deshalb kündigte die gelernte Eisenbahnerin bei der Deutschen Bundesbahn und zog 1997 nach Schierbrok. Dort arbeitete sie zunächst in Bookholzberg bei einer Kabelfirma und hielt sich mit diversen Jobs über Wasser.Ein Gespräch unter Bekannten, machte sie schließlich auf Aloe-Vera-Produkte aufmerksam. Vier Jahre lang vetrieb sie seit 2001 die pflegenden Pflanzenextrakte und gab VHS-Kurse rund um das Heilgewächs. In einer Ausbildung zur Schönheitspflegerin in Darmstadt vertiefte sie ihr Wissen über die heilende Pflanze und andere kosmetische Anwendungen. Die Ausbildung ermöglichte ihr nun auch Wege abseits vom Produktvertrieb, die es zu erkunden galt.
Über Nacht kam ihr dann eine Idee: Simone Nordbruch beschloss, ihre „Vision“ einer mobilen Wellness-Oase in die Tat umzusetzen. Sie entwarf ein Logo, erstellte Flyer und ließ ihr Auto mit Werbung bekleben. Mit der Zeit sammelte sie alle Utensilien – vor allem eine geeignete Dekoration musste noch her – zusammen. Im Herbst 2005 besuchte sie ihre ersten Kunden mit der mobilen Wellness-Oase. Den Vorteil der Mobilität möchte die 33-jährige Mutter zweier Söhne seitdem nicht mehr missen. „Ich bin flexibel und an keinen Ort gebunden. Die Menschen können in vertrauter Umgebung behandelt werden. Ich helfe ihnen dabei zur Ruhe zu kommen und wieder zu sich selbst zu finden.“
Das Arrangement ist denkbar einfach, aber wirkungsvoll: Kerzen, Blumen, Duftöle, und eine Wellness-Liege liefern den Rahmen für die Behandlung. Die Wege zur Entspannung sind vielfältig. Im Büro verabreicht Simone Nordbruch zum Beispiel eine „intensive Nackenwohlfühlmassage“. Schönheitspflege, „energiereiche“ Gesichts- und Dekolletémassagen sowie Handpackungen runden das Angebot ab. Dabei geht es ihr um den „Menschen, der im Mittelpunkt der Behandlung steht“. Auch Altenpflegeheime und Menschen mit körperlicher und geistiger Behinderung will sie mit der Wellness-Oase erreichen.
Die Selbstständigkeit ist für Simone Nordbruch eine „angenehme“ Erfahrung. „Ein Risiko ist immer dabei. Doch ich kann hier meine Kreativität walten lassen und meine Ideen verwirklichen.“ Eine weitere positive Nebenwirkung hat die Schönheitspflegerin ebenfalls entdeckt: Die Selbstständigkeit hat ihrem Selbstbewusstsein einen kräftigen Schub gegeben. Ehrgeizig plant sie bereits ihre nächsten Ausbildungen. Neue Ideen möchte sie baldmöglichst umsetzen – ihre Arbeit ist – dies war von Anfang an ihr größter Wunsch – endlich auch eine Erfüllung für sie geworden.
„Die glücklichen Gesichter nach der Behandlung – das ist für mich das schönste Dankeschön.“ Dass während der Entspannungsprozedur auch schon einige Kunden eingeschlafen sind, kann sie ohne Weiteres als Kompliment werten. Nordbruch selbst weiß andere Mittel und Wege um sich zu entspannen: „Meine Ruhephasen sind mir sehr wichtig. Ich meditiere gern, lese ein gutes Buch oder lege mich einfach in meine gemütliche Hängematte“ in ihrer eigenen nicht m obilen Oase – ihrem Zuhause.
