GANDERKESEE - An diesem Donnerstag veranstaltet der Landesapothekerverband den Tag der Apotheke. Die Vereinigung appelliert, seine Hausapotheke an diesem Tag von einem Pharmazeuten begutachten zu lassen. Doch wie geht es den Apotheken eigentlich wirtschaftlich?

Die Apotheke in Schierbrok musste in diesem Monat schließen. „Es hat sich einfach nicht mehr rentiert“, sagt Betreiber Andreas Bollwerk. Auch der Versuch, Medikamente über das Internet zu vertreiben, brachte nicht den erwünschten Aufschwung. Inzwischen hat er eine Anstellung als Apotheker gefunden.

Damit kündigt sich das an, was auch die Apotheker Thomas Beck in Ganderkesee und Peter Bertram in Bookholzberg befürchten: Apotheken zögen sich aus der Fläche zurück und es werde schwieriger, die Menschen auf den Dörfern in kurzer Zeit mit Arzneien zu versorgen. Beck betreibt die Ring-Apotheke in Ganderkesee, Bertram die Stern-Apotheke in Bookholzberg und eine weitere Filiale in Stuhr-Brinkum.

Schuld an der Entwicklung sind in den Augen der drei Pharmazeuten vor allem die Politik, die medizinische Versorgung in Zentren zu bündeln, und die Erstattungspolitik der Krankenkassen.

Ein weiteres Problem seien die Rabattverträge der Krankenkassen mit den Herstellern. Durch diese müssten die Apotheken denselben Wirkstoff von verschiedenen Produzenten bereit halten. Das schlage auf die Lagerkapazitäten einer Apotheke durch. Dadurch fehle Platz für andere Medikamente. Diese müssten erst bestellt werden, und der Kunde müsse warten.


Dem Preisdruck aus dem Internethandel begegnen die Pharmazeuten mit Beratung und Service. Bertram hat inzwischen auf das Zeitalter der Smartphones reagiert. Seine Kunden können ihre Rezepte per SMS oder E-Mail schicken, so liegen die Medikamente dann auch wirklich in der Apotheke bereit.

Beide Apotheken bieten übrigens an, die häuslichen Arzneimittel an diesem Donnerstag zu überprüfen. „Bei uns gehört das zum normalen Service“, sagt der Bookholzberger Apotheker Bertram.