GANDERKESEE - Frische, bunte Farbe auf den Außenwänden, Fahrzeuge auf dem Parkplatz: Der Dornröschenschlaf des früheren „Creartriums“ der insolventen Crea GmbH geht offenbar dem Ende zu. Für Mittwoch, 20. Juni, hat Eigentümer Hans Münch zu einem ersten öffentlichen Vortragsabend in den eigenwilligen Bau eingeladen. „Wir fangen ein bisschen an zu üben“, flachst der Diplomingenieur – und kündigt für die Zeit nach den Sommerferien Vorträge am laufenden Band an. Sein Ziel: Das Creartrium mit seinen 900 qm Nutzfläche soll 2008 zu „K 6“, einem Kompetenzzentrum für Prävention und alternative Heilmethoden, umgebaut werden.

Worum es dabei geht, macht Münch mit einem Zitat von Eugen Roth deutlich: „Was bringt den Doktor um sein Brot? a) die Gesundheit, b) der Tod. So hält er uns, auf dass er lebe, zwischen beiden in der Schwebe.“ Das klinge lustig, habe aber eine ernste Seite. Münchs Diagnose des Gesundheitssystems: Immer mehr Geld werde ins Bekämpfen von Krankheiten gesteckt. Es gebe immer mehr Ärzte, aber die Menschen würden nicht gesünder, die Kinder würden kränker.

Ganz andere Wege gehe die so genannte Salutogenese: Sie rücke, statt der Krankheit, die ganzheitlich gesunde Entwicklung sowie die Selbstheilungsfähigkeiten in den Fokus. „Es gibt Menschen, die werden nie krank. Warum? Es lohnt sich, diese Frage zu stellen!“

Und das soll laut Münch auch an der Birkenallee 43 geschehen: Der Bau solle zur Aus-, Fort- und Weiterbildungsstätte für Prävention werden, ferner für Alternativmedizin und für geistiges Heilen. Parallel sei ein Praxisbetrieb denkbar, möglicherweise nach der Sharing-Idee („montags Akupunktur, dienstags Ernährungsberatung...“). Drittens sollten Vorträge und Symposien hinzukommen.

Zurzeit ist Münch dabei, ein Netzwerk von Fachleuten aufzubauen, die in Ganderkesee tätig sein könnten. Parallel sucht er Investoren für Kauf und Umbau der Immobilie. Zwei Absichtserklärungen lägen vor, „davon brauchen wir sechs bis acht, die das Ganze tragen“.


Münch plant, das Vorhaben „zum Jahreswechsel auf die Schiene zu setzen“. Geeignete Räume seien vorhanden: für Großveranstaltungen das (gegebenenfalls teilbare) 200 qm-Studio, ferner sechs mögliche Seminarräume sowie Praxisräumlichkeiten.