Ganderkesee - Rainer Broschk klingt verzweifelt. Er will bedürftigen Hunden in Ganderkesee und Umgebung helfen, aber ihm fehlt das Geld dafür. Nun ist der Vorsitzende des „Gnadenhof Ganderkesee-Delmenhorst und umzu“ auch noch betrogen worden.
Im April hatte Broschk noch die Auflösung des Vereins bekanntgegeben. Gesundheitliche Probleme nannte Broschk damals als Grund. Im Juni aber machte er einen Rückzieher.
Seit 2001 führt der Ganderkeseer den Verein Gnadenhof, der alte und oft kranke Hunde an neue Herrchen vermittelt. Die Hundestation in Holle (Gemeinde Hude) hatte der Verein bereits im vergangenen Jahr aufgelöst.
„Es sind in den letzten Monaten so viele Hundebesitzer hier aufgelaufen, die um unsere Hilfe baten, so dass wir beschlossen haben, weiterzumachen“, sagt Broschk. Zehn Hunde seien derzeit in Pflegschaft. Erst kürzlich habe der Gnadenhof einen 13-jährigen, blinden Labrador aufgenommen und zwei weiteren Hunden einen Urlaubsplatz vermittelt.
Aber nicht für alle Hunde findet Broschk Pflegeplätze. Es gebe reichlich Anfragen, aber zu wenig Menschen, die bereit seien, einen Hund bei sich aufzunehmen. Dabei entstehen ihnen keine Kosten: Der Verein Gnadenhof finanziert alle anfallenden Ausgaben wie Versicherungen, Futter, Medikamente und Tierarztkosten.
Die finanziellen Probleme des Vereins werden derweil immer größer: Einige Hundebesitzer, die den Gnadenhof um Hilfe gebeten haben, hätten den Verein um die Aufnahmegebühren betrogen, sagt Broschk: „Durch diese Betrügereien ist der Verein in eine finanzielle Schieflage geraten.“
500 Euro zahlen Hundebesitzer an den Verein, wenn sie ihr Tier abgeben wollen. Damit sind sie alle Verpflichtungen los. Selbst die Fahrtkosten, die bei der Abholung des Tieres entstehen, sind enthalten. Dabei legt Broschk ordentliche Strecken zurück. So war er kürzlich in Göttingen, um einen Hund abzuholen.
Um die Arbeit stemmen zu können, arbeite der Gnadenhof auch weiter mit dem Verein „Wir fürs Tier Landkreis Oldenburg und Umgebung“ und der Hundeschule von Manuela Schoone aus Vielstedt zusammen, teilt der Vorsitzende mit.
Nun appelliert Rainer Broschk erneut an alle Tierfreunde: Der Verein benötige neben Geld und Pflegeplätzen auch Futterspenden. Zudem sucht er einen Bauern- oder Resthof zum Kauf oder zur Miete im Bereich Ganderkesee, Hatten, Harpstedt, Groß Ippener oder Hude, um Hunde unterzubringen. Wer den Verein Gnadenhof unterstützen möchte, erreicht Rainer Broschk unter
