Ganderkesee - Telefonzellen werden zu Raritäten, das zeigt die aktuelle Bestandsaufnahme der Deutschen Telekom: Bundesweit gibt es noch etwa 30.000 dieser Häuschen. Vor zehn Jahren waren es laut Bundesnetzagentur noch 110 .000 Exemplare. In der Gemeinde Ganderkesee lässt sich der Bestand an einer Hand abzählen. An der Mühlenstraße in Ganderkesee oder an der Geschäftsstraße in Bookholzberg seien beispielsweise noch welche vorhanden, weiß Gemeindesprecherin Meike Saalfeld.
Die Deutsche Telekom rät Städten und Gemeinden, Telefonzellen abzubauen, wenn diese weniger als 50 Euro Umsatz im Monat einbringen. „Der Umsatz ist ein Indiz dafür, ob der Wunsch nach einer Grundversorgung besteht. Allein der Kunde entscheidet durch sein Nutzungsverhalten darüber, wo und in welcher Anzahl öffentliche Telefone zur Verfügung stehen“, erklärt Pressesprecherin Stefanie Halle.
Die Gemeinde Ganderkesee wurde vor zwei Jahren von der Deutschen Telekom darauf angesprochen, die noch vorhandenen Telefonzellen abzubauen. „Wir haben uns bewusst dagegen entschieden. Für Personen, die kein Mobiltelefon besitzen, kann eine Telefonzelle hilfreich sein“, erklärt Saalfeld.
Vermehrt werden „Basistelefone“ eingesetzt, da diese weniger Kosten verursachen als Telefonzellen. Dabei handelt es sich um ein Telefon, das an einem Metallpfosten befestigt ist. So ein „Basistelefon“ gibt es zum Beispiel am Bahnhof in Ganderkesee. Dieses Telefon verfügt auch über einen Internet-Hotspot. Für das Benutzen eines „Basistelefons“ ist eine Telefonkarte erforderlich. Notrufe können von jedem öffentlichen Telefon abgesetzt werden.
„Allerdings gehen kaum Notrufe über Telefonzellen ein“, berichtet Frank Leenderts, Leiter der Großleitstelle Oldenburger Land. Er schätzt, dass die Anrufe im Promillebereich liegen. Telefonzellen würden häufig für „Spaßanrufe“ genutzt.
Wer braucht heutzutage noch Telefonzellen? Ältere Mitbürger vielleicht? Erika Lisson, Mitglied im Vorstand des Ganderkeseers Seniorenbeirats, verneint diese Frage: „Die meisten Senioren verfügen über ein eigenes Mobiltelefon und sind nicht auf öffentlichen Telefone angewiesen.“
