GANDERKESEE - Bei der Frage nach seinen Hobbys zuckte Wilhelm Götze die Schultern. „Ich arbeite gern mit Menschen zusammen“. Doch das ist eigentlich nur eine – bescheiden formulierte – Umschreibung. Denn was der Ganderkeseer da „Zusammenarbeit“ nennt, ist Hilfe. Jahrzehntelang hat er ehrenamtlich Ratsuchende in sozialen Belangen unterstützt, zum Beispiel bei Rentenanträgen oder Widersprüchen. Am Montag stand in seinem Hause das Telefon kaum still. Denn „Willi“ Götze wurde 80.
Ein Blick auf die vielen Urkunden im Arbeitszimmer macht schnell deutlich, dass Götze viele Felder beackerte und teils noch beackert. Ein Beispiel: der VdK. 1981 eingetreten („ein bisschen durch Zufall“), stand er von 1993 bis 2006 an der Spitze des Ortsverbandes Ganderkesee, parallel zeitweise auch an der des VdK-Kreisverbandes Delmenhorst.
Oder das DRK: Hier war Götze zehn Jahre lang Kassenwart, zeitweise auch Zugführer des Katastrophenschutzzuges im DRK-Kreisverband. Oder der Seniorenbeirat: Hier war der Ganderkeseer schon bei der Gründung im Jahr 1993 „Motor“, bis 1999 dann Vorsitzender. Und bei dieser Aufzählung darf natürlich nicht der SPD-Ratsherr Götze (1970 bis 1981) und das Kreistagsmitglied Götze (1980 bis 1981) vergessen werden.
Ob die Bedingungen fürs Ehrenamt sich in den Jahren geändert haben? Götze nickte. „Früher waren die Kontakte eher freundschaftlicher Art“, das Dankeschön sei selbstverständlich gewesen. Mehr und mehr sei dies abgelöst worden durch eine Anspruchshaltung. Manch einer meine, er habe Anspruch auf die Hilfe des anderen – und übersehe, dass der Helfende gerade unentgeltlich seine Freizeit opfere.
Götze, der aus Scheeßel stammt, war am 22. Dezember 1956 nach Ganderkesee gekommen. Der gelernte Maurer wollte damals den Schwiegereltern beim Hausbau helfen – „und dann bin ich hier hängen geblieben“. 1962 bauten er und seine Frau Frieda am Wiedbusch. Zunächst lange Zeit selbstständig, wechselte der Jubilar 1964 zum Staatshochbauamt in Oldenburg. Über den zweiten Bildungsweg bildete er sich weiter zum Bau-Ingenieur. Sein letztes großes Bauvorhaben: das Finanzamt Delmenhorst.
