GANDERKESEE - Zur Nachahmung ausdrücklich em­pfohlen: Mit diesem Appell hat sich der Fuhrenkamp-Schutzverein jetzt an die Öffentlichkeit gewandt. Es geht um Unterkünfte für Mauersegler. Auf Initiative von Dr. Manfred Kunterding, der dem Verein angehört, seien unlängst zwei neue Nistkästen in Ganderkesee installiert worden. Davon würden noch mehr benötigt, sagt der stellvertretende Vorsitzende des Fuhrenkamp-Schutzvereins, Hajo Schöne. Denn durch die Sanierung alter Gebäude geht so mancher Unterschlupf verloren. Und im modernen Wohnungsbau ist für die Vögel ohnehin kein Platz.

Mauersegler werden häufig mit Schwalben verwechselt, sind mit ihnen aber nicht verwandt. In Ganderkesee ist ihr Vorkommen sehr klein geworden, hat Schöne beobachtet. Und wenn der Mensch nicht eingreife, werde sich der Bestand noch weiter dezimieren.

Eigentlich spielt sich das Leben der Mauersegler im freien Luftraum ab: Von der Nahrungssuche über die Paarung bis hin zum Übernachten sind die Vögel nicht auf eine Behausung angewiesen. Die Aufzucht des Nachwuchses indes erfordert ein festes Quartier. Natürliche Refugien sind aber rar geworden.

Vor mehr als zehn Jahren hatte der ehemalige Vorsitzende der Nabu-Ortsgruppe Ganderkesee, Willy Innecken, unter dem Dachüberstand eines Ganderkeseer Geschäftshauses einige Nistkästen anbringen lassen. „Sie sind von den Mauerseglern schnell angenommen und in den folgenden Jahren immer wieder besetzt worden“, erinnert sich Schöne. Im Laufe der Zeit allerdings blieben nur noch zwei Kästen intakt. Neue „Wohnungen“ sind deshalb notwendig.

Es gibt spezielle Niststeine oder -kästen mit so kleinen Einfluglöchern, dass Star oder Sperling außen vor bleiben müssen. Arbeit dürften die gefiederten Untermieter nicht machen: Mauersegler tragen Verunreinigungen und den Kot ihrer Jungen selbst aus dem Nest, versichert Schöne. Die neuen Unterkünfte werden frühestens im kommenden Jahr bezogen. Denn in etwa drei Wochen starten die Flug-Künstler ins südliche Afrika, wo sie den Winter verbringen.


Für Anregungen und Tipps in Sachen Nisthilfen steht Dr. Manfred Kunterding zur Verfügung (Telefon 04222/3891).