GANDERKESEE/HUCHTING - Auf unerwartet große Resonanz stieß der Fuhrenkamp-Schutzverein mit seiner ersten Exkursion dieses Jahres: Knapp 30 Naturbegeisterte fuhren mit zu den „Überschwemmungswiesen“ im Bremer Naturschutzgebiet „Brokhuchting“ und an der Ochtummündung.

Trotz des sehr stürmischen Wetters ließen sich Grau-, Bläss-, Brand- und Nilgänse, Spieß-, Löffel-, Schnatter- und Reiherenten sowie die ersten balzenden Kiebitze und Uferschnepfen beobachten. Häufigste Art war aber die nordische Pfeifente. Auf der Fahrt durch das Niedervieland wurden sogar Kornweihen, Silberreiher und der erste Weißstorch angetroffen. An der Stromer Landstraße sahen die Teilnehmer Graureiher- und Storchennester.

„Vor 200 Jahren gab es diese Überschwemmungsflächen noch überall“, erläuterte Exkursionsleiter Dr. Klaus Handke. Flussbegradigung und Bedeichung hätten dann dazu geführt, dass viele Tierarten, die auf solche Wiesen angewiesen sind, vom Aussterben bedroht seien. Deshalb seien Behörden und Naturschutz dazu übergegangen, die Überschwemmungsgebiete künstlich anzustauen.

„Viele Vogelarten bleiben hier zwei, drei Tage“, so Handke weiter. Sie finden reichlich Nahrung und sind vor allem sicher vor Füchsen, Falken und anderen Jägern. Auf dem Weg vom Mittelmeer bis teilweise hoch nach Nordnorwegen seien die Auenwiesen in Norddeutschland für Zugvögel wie Uferschnepfe oder Spießente eine Art „Raststätte“. Und auch ein Kontakt-Hof, denn die Partnersuche beginne hier oft schon.

Durch die fachkundige Führung von Manfred Knocke, Karin Menke, Pia und Klaus Handke, die alle mit Fernrohren ausgerüstet waren, bestand für alle Interessierten die Möglichkeit zu ausgiebigen Beobachtungen.


Die nächste Exkursion wird am 30. März im Rahmen einer Wanderung durch den Hasbruch erfolgen.