GANDERKESEE/HUDE - Das Rauchverbot in Gaststätten und Restaurants ist ein Thema, das keinen Wirt kalt lässt. „Kein Wunder, denn etliche Kollegen sind in ihrer Existenz bedroht“, sagt der Vorsitzende des Deutschen Hotel- und Gaststättenverbandes (Dehoga) Ganderkesee/Hude, Peter Burgdorf. Auf der Jahreshauptversammlung des Verbandes am Dienstag in Bookholzberg wurden die Folgen des Rauchverbotes heftig diskutiert.
„Manche Wirte warten nur noch auf Gesellschaften, weil sich das Tagesgeschäft nicht mehr lohnt“, berichtete Burgdorf am Rande der Veranstaltung. Einer seiner Kollegen habe sich seine Lebensversicherung auszahlen lassen, um eine Durststrecke zu überwinden – in der Hoffnung, dass die rechtliche Regelung spätestens im kommenden Jahr gelockert wird.
„Die Gastronomie gehört in Deutschland zu den größten Steuerzahlern, Arbeitgebern und Ausbildern“, unterstrich der stellvertretende Dehoga-Vorsitzende Walter Thiemann. Die Branche werde jetzt von der Politik abgestraft. „Die Bevormundung ist das eigentliche Problem“, meint Thiemann. Eine individuelle Regelung wäre viel sinnvoller.
Problematisch ist aus Sicht von Burgdorf, dass die Regelungen von Bundesland zu Bundesland unterschiedlich sind und zu Wettbewerbsverzerrungen führen. Außerdem sorge die Existenzkrise, in die so manche Gastwirtschaft inzwischen geraten ist, auch dafür, dass sich manche Betreiber – notgedrungen – über das Rauchverbot hinwegsetzen. Diese Entwicklung könne auf Sicht auch den guten Zusammenhalt im hiesigen Wirteverband gefährden. Und das, so Burgdorf, wäre der Anfang vom Ende. Die Politik sei deshalb gefordert.
Auf der Jahreshauptversammlung formulierten die Wirte einen Antrag an die Gemeinde Ganderkesee, auf die Vergnügungssteuer für Tanzveranstaltungen zu verzichten. Derartige Abgaben seien nicht mehr zeitgemäß. Ganderkesee sei auch die einzige Gemeinde im Landkreis, die ihre Gastronomen auf diese Weise zur Kasse bitte.
Nach mehr als zwölf Jahren ist Susanne Hesse-Neugebauer aus dem Vorstand ausgeschieden. Zum neuen Schriftführer wurde Timo Vetter gewählt. Die Kassenführung übernehmen Jens Burgdorf und Wolfgang Mertiens.
