GANDERKESEE/HUDE - GANDERKESEE/HUDE - Bei der Frage, welche Ecke des Landkreises Oldenburg er eigentlich noch nicht kenne, musste August Oetken erst einmal überlegen. „Brettorf vielleicht“, sinnierte er. Da sei er oft nur durchgefahren. Der Grund für Oetkens ansonsten profunde Ortskenntnisse liegt auf der Hand: Der Ganderkeseer leitet seit Jahren den Ortsverband des Deutschen Jugendherbergswerkes (DJH) – und da zählen Wanderungen im Landkreis Oldenburg sowie Radwanderungen zum laufenden Angebot.

Die Rahmenbedingungen sind leicht erklärt: Der Ganderkeseer und der Huder DJH-Ortsverband haben sich zusammengetan. Gemeinsam organisieren sie zwischen Oktober und Mai Vormittags-Wanderungen (im Jahr 2006 sind es sieben), teilweise auch getrennt veranstalten sie von Juni bis September Radtouren (diesmal ebenfalls sieben). Jeweils beim Herbsttreffen wird das nächste Programm festgezurrt.

Die Wanderstrecken seien meist zwischen neun und zwölf Kilometer lang, erläuterte Jürgen Boyn, Vorsitzender des Huder Ortsverbandes. Etwas kürzer war da (mit sieben Kilometern Länge) die Wanderung am vorigen Sonntag: Arnold Lehmkuhl zeigte dabei einige Schokoladenseiten der alten Wittekindstadt Wildeshausen – zum Beispiel auf dem Fillerberg, an der Hunte oder auf dem Wall. Anschließend ließen sich die Teilnehmer das fünfgeschossige Dampfkornbranntweinbrennereimuseum zeigen, hier schnupperten sie am Fusel oder staunten über die schnaufende Dampfmaschine.

Ob sie sich schon einmal verlaufen haben? Nein, nein, versicherte Boyn vergnügt. Ihm selbst sei das mal vor mehr als 20 Jahren passiert, mit seiner Familie in den Osenbergen. „Zwischen 60 und 80 Mückenstiche“ hätten sie damals davongetragen – pro Person. Aber bei der DJH-Wanderungen sei das anders: Ein Mitglied arbeitet die Tour aus und übernimmt anschließend auch den Part des „Reiseleiters“.

Boyn bedauert, dass es den beiden DJH-Verbänden an Nachwuchs fehle. Er selbst sei jetzt seit mehr als 25 Jahren dabei, bei vielen anderen sei das ähnlich. Dabei brächten die gemeinsamen Entdeckungstouren eine Menge Spaß. Hier frage niemand: „Was hast Du für einen Beruf“ oder „Was verdienst Du?“. Jürgen Boyn: „Mitlaufen kann jeder.“