GANDERKESEE/HUDE - Mehr Zeit als üblich und jede Menge Geld – das Amt für Landentwicklung war offensichtlich angetan von den Vorarbeiten, die die Gemeinden Ganderkesee und Hude, das Planungsbüro NWP und vor allem der Arbeitskreis Verbunddorferneuerung Hasbruch geleistet haben. „Wir haben nichts gefunden, was zu beanstanden wäre“, zollte Bernhard Ellberg allen Beteiligten Lob. Der Leiter der Oldenburger Behörde übergab Bürgermeisterin Alice Gerken-Klaas und ihrem Huder Amtskollegen Axel Jahnz am Donnerstag die Genehmigung des Dorferneuerungsplans als „offiziellen Startschuss für die Förderphase“.

Nachschlag möglich

Von 2009 bis 2018 – „etwas länger als normal“ – können Maßnahmen gefördert werden. Gewürdigt werde damit der interkommunale Ansatz und die Größe des Gebietes. „Gestartet“ werde mit einem Fördervolumen von 1,5 Millionen Euro, ein Nachschlag sei aber möglich. „Nach zwei, drei Jahren werden wir sehen, wo wir stehen“, so Ellberg.

Möglichst viele der 133 Vorschläge, die aus den beteiligten Bauerschaften Grüppenbühren, Hohenböken, Nordenholz, Nordenholzermoor und Vielstedt gekommen sind, sollen umgesetzt werden. Welche und die Reihenfolge hängt auch von der Kofinanzierung der beteiligten Kommunen ab. Grundsätzlich gibt es die Hälfte der Kosten für öffentliche Maßnahmen wie Umgestaltung von Wegen und Plätzen sowie Verbesserung der Verkehrsverhältnisse von der EU, den Rest müssen die Gemeinden finanzieren. Ganderkesee hat für 100 000 Euro Ausgaben im Haushalt 2009 vorgesehen, Hude ebenso.

Gemeinsamer Radweg


Die Planungen seien unterteilt in Verbundmaßnahmen, die alle Bauerschaften betreffen, so Werner Steimer von NWP, und solche, die in den einzelnen Bauerschaften umgesetzt werden. Das Wichtigste sei der gemeinsame Radwanderweg – ein „Leuchtturmprojekt“, wie der Ganderkeseer Arbeitskreis-Sprecher Hans-Joachim Wallenhorst betonte. Aber auch eine bessere Beschilderung, die Neugestaltung von Infotafeln sowie die der fünf historischen Eingangsbereiche in den Hasbruch seien als gemeinsame Maßnahmen vorgesehen. In den Dörfern stünden Maßnahmen zur Erschließung, zur Ortsgestaltung sowie zur Förderung von Natur und Landschaft an, so Steimer.

Förderung für Private

Privatinvestoren können mit einer 30-Prozent-Förderung aus EU-Mitteln rechnen: Zuschussfähig sind etwa die Erneuerung von Dächern, Fenstern und Mauerwerk sowie Außenanlagen (z.B. Bauerngärten). Aber auch Projekte zur Schaffung von zusätzlichem Einkommen für Landwirte oder Umnutzungen landwirtschaftlicher Gebäude sind zuschussfähig.

Gerken-Klaas betonte den „wichtigen Zwischenschritt in einem weiteren interkommunalen Projekt“. Jahnz hob die „soziale Gemeinschaft“ beider Kommunen hervor. Der Huder Bürgermeister hofft, noch vor der Sommerpause ein erstes Projekt präsentieren zu können – möglichst eins aus den Verbundmaßnahmen.