GANDERKESEE - GANDERKESEE/KK - „Gelb“ ist zurzeit vielerorts die „Farbe der Saison“. Der Raps steht in voller Blüte – und das wissen auch Bienen zu schätzen. „Raps ist für Bienen eine sehr attraktive Blüte“, weiß Eberhard Schüler, Vorsitzender des Bundes Deutscher Buckfastimker. Doch manchmal, so mahnt der Rethorner, könne der Raps für ganze Bienenvölker auch zur Gefahr werden – durch Pflanzenschutzmittel.

Wenn Raps zu finden sei, dann würden Bienen andere Blüten links liegen lassen. Das zeige eine Untersuchung des Niedersächsischen Bieneninstitutes Celle: Zur Raps-Blütezeit bestand der unter die Lupe genommene Ganderkeseer Honig zu 98 Prozent aus Rapshonig .

Der Besuch der Bienen auf den gelben Feldern ist laut Eberhard Schüler sowohl für Imker als auch für Landwirte von Vorteil. Durch die Befruchtung komme es zu einem um 30 bis 50 Prozent höheren Ertrag. So erkläre es sich, dass Imker früher Bestäubungsprämien erhielten, wenn sie ihre Bienen in den Raps stellten. Heute indes werde der Einsatz der Imker von manch einem Landwirt eher als Selbstverständlichkeit gesehen.

Was die Pflanzenschutzmittel angeht, gebe es bezüglich der Bienen eine Unterteilung in vier Kategorien – von „bienengefährlich“ bis „nicht bienengefährlich“. Für bienengefährliche Stoffe gebe es erhebliche Auflagen, mit ihnen dürften weder blühende noch die von Bienen beflogenen Kulturen behandelt werden.

Schüler nahm aber auch zu nicht bienengefährlichen Mitteln Stellung. Auch diese Stoffe, so sein Appell, sollten möglichst „nach Ende des täglichen Bienenfluges“ in blühende Kulturen gespritzt werden. Will heißen: in der Zeit von einer Stunde vor Sonnenuntergang bis 23 Uhr. Dann sei gewährleistet, dass die Mittel für die Biene keine Gefahr mehr darstellen könnten.