GANDERKESEE - Die Erweiterungspläne der Norddeutschen Hartchrom GmbH & Co. KG (vormals Gilbert und Schmalriede) haben dem Gewerbeaufsichtsamt Oldenburg eine Menge Post beschert. 65 Bürger haben sich innerhalb der am 13. Januar abgelaufenen Frist mit Einwendungen an die Behörde gewandt. Für einen mittleren Betrieb sei das „schon eine recht hohe Zahl“, merkte der stellvertretende Amtsleiter Walter Kulisch an. Zwei seiner Mitarbeiter seien zurzeit mit der Auswertung befasst, danach werde strukturiert – und schließlich folge die inhaltliche Auseinandersetzung im Hinblick auf den öffentlichen Erörterungstermin am Montag, 16. Februar, ab 10 Uhr im Rathaus.

Das metallverarbeitende Unternehmen von der Handelsstraße will eine vorhandene Handgalvanik erweitern sowie weitere Anlagen (Nickelanlage im Handbetrieb und eine so genannte Brush-Plating-Anlage) errichten. Die Gemeinde hatte das Thema (nichtöffentlich) im Ausschuss für Straßen, Verkehr, Umweltschutz und Landwirtschaft sowie im Verwaltungsausschuss behandelt und keine grundsätzlichen Einwände erhoben.

Hingegen war bei einer Veranstaltung der „Interessengemeinschaft Luft-Lärm-Gestank“ Kritik an den Antragsunterlagen geäußert worden. Betroffene wurden ermuntert, Einwendungen an die Gewerbeaufsicht zu senden. Unter anderem habe man einen knapp 200-seitigen Extrakt aus den Unterlagen eingescannt und potenziellen Einwendern auf Wunsch befristet im Internet den Zugang dazu ermöglicht, berichtete Arnold Hansen. Zweitens habe man 23 Einwendungspunkte als denkbare Argumente formuliert.

Hansen hält die Antragsunterlagen für „eklatant schlecht vorbereitet“. Mit diesen Unterlagen sei die Erweiterung seines Erachtens nicht genehmigungsfähig. Was ihm wichtig sei: Er wolle die sachliche Diskussion, „keinen Krawall“.

Walter Kulisch sagte, die eingegangenen Einwendungen beträfen eine Bandbreite ganz unterschiedlicher Themen. Teils hätten sich mehrere Mitglieder einer Familie gemeldet. Beim Erörterungstermin kann auch der Betrieb vertreten sein und Stellung nehmen.