GANDERKESEE - Nach den Beschlüssen der Bundesregierung soll bis Ende 2013 für 35 Prozent der Kinder bis zum vollendeten dritten Lebensjahr ein Krippenplatz verfügbar sein. Auf die sogenannte Krippenplatz-Garantie bereitet sich auch die Gemeinde Ganderkesee intensiv vor. Der Bedarf an Krippenplätzen steigt seit Jahren.
Neue Plätze geschaffen
Doch die Gemeinde ist auch vorbereitet, wie Elke Wiercioch, in der Verwaltung zuständig für Kindertagesstätten, erläutert: „Derzeit können wir in Ganderkesee und Umgebung 100 feste Krippenplätze anbieten. Darunter sind je 15 Plätze der Kindertagesstätten Schatzinsel in Hoykenkamp, St. Bernhard in Bookholzberg und Spatzennest in Schierbrok.“ Hinzu kämen noch die zu diesem Kindergartenjahr neu geschaffenen Krippenplätze im Kindergarten Sonneninsel in Bookholzberg (15) und im Kindergarten am Habbrügger Weg in Ganderkesee (10).
Die größte Anzahl an Krippenplätzen stelle aber die private Kinderkrippe Sonnenblume in Ganderkesee. „Hier finden 30 Kinder bis zum vollendeten dritten Lebensjahr Platz, zusätzlich gibt es hier dreimal in der Woche noch eine Nachmittagsgruppe für 15 Kleinkinder“, berichtet Wiercioch. Trotzdem sei der Bedarf für die folgenden Jahre vermutlich noch nicht gedeckt und die Gemeinde weiterhin gefragt, um der Nachfrage an Krippenplätzen gerecht zu werden.
„Für unsere Krippe haben wir eine lange Warteliste“, sagt Frauke Lüdeke-Riesmeyer, Vorsitzende der Kinderkrippe Sonnenblume Ganderkesee. „Es existiert ein zentrales Punktevergabesystem der Gemeinde, nach dem dann der Bedarf eines Krippenplatzes je nach Berufsstand und Arbeitszeiten berechnet wird.“ Die Eltern, betont sie, müssten notfalls auch Kompromisse eingehen.
Trotz des hohen Andrangs soll laut Jane Thode, Leiterin der Krippe, die vertraute und gemütliche Atmosphäre beibehalten werden. „Wir haben vor fünf Jahren mit sechs Krabbelkindern begonnen, inzwischen sind vormittags schon 30 Kinder bei uns im Haus. Weiter werden wir uns aber nicht vergrößern, da unsere Räumlichkeiten dafür auch einfach nicht ausreichen.“ Angesichts der zahlreichen Anmeldungen für das nächste Krippenjahr müssten sich viele Eltern dann auch wieder mit einem Platz auf der Warteliste begnügen.
Neue Herausforderungen
Dies wird sich ab 2013 jedoch ändern: Ab dann sollen nämlich alle Eltern einen festen Rechtsanspruch auf einen Krippenplatz haben. Wenn diese Zielvorstellung offiziell Gesetz wird, kommen damit auch neue Herausforderungen auf die Gemeinde zu. „Wir haben schon in den letzten Jahren darauf reagiert und unser Krippenplatzangebot ausgebaut. Je nachdem, wie die Lage in den kommenden Jahren aussieht, wird die Gemeinde auch dann wieder entsprechend reagieren“, äußert sich Elke Wiercioch.
