GANDERKESEE - Ausbau der Straße Auf den Hohenborn, der Radweg im Neubaugebiet Heide, der aktuelle Stand zur B 212neu oder Schuldenabbau in der Gemeinde Ganderkesee auch wenn der Saal der Gaststätte Menkens in Hoykenkamp nicht ganz gefüllt war, gab es reichlich Diskussionsbedarf. Unter dem Motto Bürger fragen Politiker antworten konnten Wähler sich ein Bild von denjenigen machen, die für die Kommunalwahl am 11. September kandidieren.
Nachdem jeder der neuen Kandidaten, die noch nicht Rat oder Kreistag angehören, sich und seine politische Ziele vorgestellt hatte, durften die Bürger ihre Fragen loswerden. Feuer frei, forderte Hinnerk Twietmeyer, Vorsitzender des Bürgervereins Heide-Schönemoor, der die gesamte Veranstaltung moderierte.
Einigkeit über Sanierung
Erster großer Themenkomplex für die Anwohner Hoykenkamps war der Ausbau der sanierungsbedürftigen Straße Auf dem Hohenborn sowie die Einrichtung einer Querspange zu den beiden großen Betrieben MBB Palfinger und Neuhaus. Die Parteien demonstrierten hier noch Einigkeit die Sanierung muss schnellstmöglich her.
Im Gegensatz dazu entwickelte sich bei dem Thema Radweg im Neubaugebiet Heide ein offener Schlagabtausch. Die Anwohner wünschen sich eine Fortführung des Radweges bis zum Heuweg, da Schüler sonst einer großen Gefahrensituation ausgesetzt seien. Im Zentrum der Diskussion stand die Finanzierung. Die Sicherheit der Kinder muss gewährleistet sein. Laut Straßenbausatzung geht das aber auf Kosten der Anlieger, und das darf nicht sein. Die Gemeinde muss das mittragen sagte Heinz-Peter Häger (SPD). Eine politische Mehrheit sei nötig, um die Satzung zu umgehen.
Es gebe viele Straßen in der Gemeinde, wo Radwege fehlen, entgegnete Marion Daniel (FDP): Da machen wir ein Fass auf, das nicht zu stopfen ist. Dann könnte ja jede Straßengemeinschaft kommen und Geld von der Gemeinde fordern. Wir müssen die Anwohner mitnehmen. Heide sei ein wachsender Ortsteil, in dem Kinder geschützt werden müssen, betonte Reinhold Schütte (Grüne): Deswegen müssen hier Prioritäten gesetzt werden. In die gleiche Kerbe schlug auch Gaby Knutzen (FW-UWG): In Heide ist dringend Bedarf, die Kinder sind gefährdet durch die Situation. Da muss die Gemeinde Kosten übernehmen.
Schuldenabbau gefordert
Rigoroser Schuldenabbau lautet die Forderung von Christian Marbach (FW-UWG). Es könne nicht sein, dass eine Saunaanlage für 3,9 Millionen Euro gebaut wird, wenn die Gemeinde 15 Millionen Euro Schulden hat. Einnahmen durch Wirtschaftsförderung, Wachstum fördern und gleichzeitig strikt sparen, so Marbach, der die Vorstellung hat, Ganderkesee auf 40 000 Einwohner auszuweiten. Das kann nicht die Zukunft sein, der Weg dorthin ist viel zu teuer, entgegnete Häger und Daniel erklärte: Wir müssen eine Waage finden zwischen Schuldenabbau und wichtigen Investitionen der Gegenwart.
Auch die richtige Lösung im Fall B 212neu stand zur Debatte. CDU-Kreistagsabgeordneter Ansgar Focke sagte, das Thema berühre alle, und es sei gut, dass neben der Entwicklungsachse durch Ganderkesee nun auch andere Varianten geprüft werden. Die Trassenprüfung läuft und ist ergebnisoffen. Im September rechnen wir mit einer Antwort. Martin Brinkmann und Reinhold Schütte (Grüne) betonten hingegen, das Projekt sei zu teuer sowie sinnlos und müsse deshalb abgelehnt werden, während Häger feststellte: Wir sind für die B 212neu, weil sie notwendig ist.
