GANDERKESEE - Etwa 6,7 Tonnen an CO-Emissionen hat im Jahr 2009 jeder einzelne Ganderkeseer erzeugt – bis 2050 soll diese Zahl nach einer Vorgabe der Bundesregierung auf eine Tonne reduziert werden. Ein ehrgeiziges Ziel, dem sich die Gemeinde Ganderkesee mit einem eigenen kommunalen Klimaschutzkonzept nähern möchte. Mit Fördermitteln des Bundesumweltministeriums hat sie einen Maßnahmenkatalog erstellen lassen, der am Mittwochabend im Rathaus der Öffentlichkeit präsentiert wurde.
Zielhorizont bis 2020
Der Zielhorizont des Konzepts reicht bis ins Jahr 2020. Um 40 Prozent soll der Kohlendioxid-Ausstoß in der Gemeinde bis zu diesem Zeitpunkt zurückgefahren werden. Wie das funktionieren kann, erklärten Andreas Lieberum, Agentur für Ökologie und Kommunikation Ecolo, Bernd Langer, BEKS Energieeffizienz, und Markus Otten, Büro für Verkehrsökologie. Sie stellten den rund 90 Anwesenden ein 43 Punkte umfassendes Maßnahmenpaket vor.
Ein hohes Einsparpotenzial bei der Energieerzeugung sehen die Fachleute in der Installation von Photovoltaikanlagen auf öffentlichen Gebäuden, im weiteren Ausbau der Windkraft, im Repowering der drei vorhandenen Windparks sowie im Ausbau und der Optimierung der Wärmenutzung aus Biogasanlagen. Im Bereich „Kommune“ sind es mehrere kleine Maßnahmen, die die CO-Bilanz verbessern können. Empfohlen werden unter anderem die wärmetechnische Sanierung öffentlicher Gebäude, der Austausch der wenig energieeffizienten Leuchtmittel in Straßenlaternen oder der Einsatz von LED-Beleuchtung in öffentlichen Gebäuden.
In privaten Haushalten sehen die Fachleute Einsparpotenzial vor allem darin, Impulse zur energetischen Sanierung von Bestandsgebäuden auszulösen. Als wichtig erachten sie weiterhin die Einrichtung einer zentralen Informations- und Beratungsstelle zu allen Fragen der energetischen Sanierung und Beleuchtung. Hier könnten die Aktivitäten aller in Ganderkesee in der Energieberatung Tätigen zusammenlaufen, heißt es in der Beschreibung der Maßnahme.
Beratung für Firmen
Für den Bereich Wirtschaft – in der Gemeinde Ganderkesee einer der kleineren CO-Erzeuger – empfehlen die Experten unter anderem, das von der KfW geförderte Instrument der Energieeffizienzberatung zu nutzen und darüber aufzuklären.
Als heiklen Punkt in der CO-Bilanz der Gemeinde erachten die Experten den „sehr hohen individuellen Motorisierungsgrad der Bevölkerung“, der vor allem durch das Pendeln bedingt sei. Eine Maßnahme, hier die Emissionen zu senken, stelle die Einrichtung eines kommunalen Mobilitätsmanagements dar. Darunter fällt unter anderem eine Kampagne für Spritsparkurse, ein Pendlerportal oder die Förderung von Fahrgemeinschaftsparkplätzen.
