GANDERKESEE - Eigentlich konnten alle zufrieden sein. 4514,13 Euro haben Soldaten und Schüler im November in der Gemeinde Ganderkesee für den Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge gesammelt – mehr als 2007 (4262 Euro) und viel mehr als 2006 (3160 Euro). Doch: Es werde zunehmend schwieriger, für das Thema Kriegsgräber zu sensibilisieren. „Die Erlebensgeneration stirbt aus, der Abstand wird immer größer“, kommentierte Stabsfeldwebel Hayo Hemjeoltmanns am Dienstag im Gasthaus Stolle.
Wie üblich, hatte der Ganderkeseer Volksbund-Vorsitzende Hans-H. Hubmann die erfolgreichsten Sammler zu Kaffee und Butterkuchen bei Stolle eingeladen. Im Norden der Gemeinde, wo 14 Jugendliche der Realschule Bookholzberg insgesamt 1387,13 Euro zusammentrugen, waren dies Elisa Pieruschka, 15, und Tahnee Plorin, 16. Im Süden waren 60 Soldaten der Logistik Brigade 1 (Delmenhorst) auf 3127 Euro gekommen. Hier waren die Hauptgefreiten Simon Hubert und Tino Vogelgesang am erfolgreichsten.
Das Geld werde insbesondere zur Neueinrichtung von Kriegsgräbern in Ländern der ehemaligen Sowjetunion verwendet, sagte Hubmann. Noch immer komme es sehr oft vor, dass Gräber von Soldaten „irgendwo im Wald“ oder an Feldern entdeckt würden.
Für den Volksbund, so Hayo Hemjeoltmanns, werde dessen zweites Standbein immer wichtiger: die Jugendarbeit. So würden in Europa fünf Begegnungsstätten betrieben. Da gehe es nicht nur um die gemeinsame Pflege von Kriegsgräbern, sondern auch um den Austausch über Grenzen hinweg.
Die beiden Schülerinnen berichteten, dass sie beim Sammeln oft gefragt worden seien, warum sie für die Kriegsgräberfürsorge ihre Freizeit opfern. „Der Großteil hat etwas gegeben.“ Manche allerdings hätten „patzig“ reagiert, die Tür wieder zugeschlagen.
