GANDERKESEE - Sechs Interessierte waren gekommen. Alle fanden eine neue Aufgabe.

Von Markus Minten

GANDERKESEE - „Mach mit“ hatte eingeladen und sechs Ganderkeseer machten mit – fünf Frauen und ein Mann, die nach Möglichkeiten suchen, sich für die Allgemeinheit zu engagieren. Hilfe auf diesem Weg bekamen sie vom Freiwilligen-Forum und der regioVHS, die erstmals den Kursus „Freiwilligenarbeit, das neue bürgerschaftliche Engagement“ angeboten hatten. „So erreichen wir eine ganz andere Klientel“, erläutert Christa Wachtendorf von „Mach mit“ diese Zusammenarbeit.

„Sie dürfen gerne in Ihrer Tätigkeit aufblühen“, betonte Referentin Renate Kössling. „Auf keinen Fall aber dürfen Sie verwelken.“ Eine erfolgreiche Freiwilligenarbeit (die Mehrzahl aller Engagierten bevorzugt diesen Begriff) sei nur möglich, wenn die Balance stimme zwischen dem Dreieck „für mich, mit anderen, für andere“. Ein freiwilliges Engagement helfe eigene Fähigkeiten kennen zu lernen. Sie zeige aber auch auf, wo eigene Grenzen liegen.

Bundesweit sind mehr als 22 Millionen Menschen freiwillig engagiert – Tendenz steigend. Der größte Teil von ihnen im sportlichen Bereich, woraus sich, so Kössling, auch der Männerüberschuss erklären lässt. Allerdings wachse der soziale und der schulische Bereich und damit auch der Anteil der Frauen. Zwar engagierten sich vorwiegend jüngere Menschen, derzeit steige aber vor allem der Anteil der 55- bis 60-Jährigen.

Insofern waren die Interessierten (39 bis 67 Jahre alt), die im Rathaus zusammengekommen waren, zwar nicht ganz repräsentativ, ihre Motive waren es schon: „Ich will meine Zeit nutzbringend einsetzen“, meinte Renate Ramke, die seit Februar im Altenheim „Waldschlösschen“ einen Teil ihrer Freizeit verbringt und nun eine weitere Aufgabe suchte. Aber auch das „Bedürfnis dem Beruf etwas entgegen zu setzen“, „erfahren, was es so gibt“ oder „mir ging es gut, ich möchte etwas weitergeben“ waren Gründe für das Kommen. Vor allem müsse die Tätigkeit aber Spaß machen, waren sich alle einig. Und damit stimmten sie mit der Mehrheit von bundesweit 15 000 Befragten überein, für die dies die wichtigste Erwartung an freiwilliges Engagement ist.


Bei der Suche nach einer passenden Tätigkeit hilft in der Gemeinde das Freiwilligen-Forum „Mach mit“. Viele potenziell Interessierte bräuchten eine solche „Zwischenstation“, hat Kössling in vielen Jahren erfahren. „Da kann man unverbindlich gucken, was es gibt und wo man gebraucht wird.“ Auch werde die Hürde des ersten Kontakts gemeinsam genommen.

Nicht zuletzt kann eine ehrenamtliche Tätigkeit in einem neuen Arbeitsverhältnis enden. Das bewies Silke Zipfel, die zunächst unentgeltlich für die Ausbildungsplatzinitiative „Zwaig“ tätig war. Jetzt ist sie angestellt.

Am Ende des Seminars hatten alle sechs Teilnehmer ihre Wunschaufgabe gefunden. Und darüber freuen sich Einrichtungen von der Kindertagesstätte bis zum Weltladen.