GANDERKESEE - Landwirtschaftliche Betriebe werden immer größer, die Belastung steigt, Arbeitszeiten werden länger – hier eine ausgewogene Balance zwischen Familie und Betrieb zu finden, ist für die Landwirte nicht immer einfach. Wie bringt man also beides in Einklang?

Mit dieser Frage beschäftigte sich am Donnerstag das Landwirtschaftliche Unternehmerforum 2011 der Volksbank Ganderkesee-Hude. Zum Problem wird die Arbeit oftmals erst dann, wenn trotz hoher Belastung die finanzielle Sicherheit ausbleibt.

„Die Bauern müssen daher heutzutage viel stärker ihr Handwerkszeug als Unternehmer nutzen“, erklärte Arnold Krämer von der Landwirtschaftskammer Niedersachsen. Zudem hilft es, sich Entlastungen zu schaffen: „Am wirksamsten ist hier, wenn möglich, Fremdarbeitskräfte einzusetzen“, riet der Experte.

Die wachsenden Betriebe sind auch der Volksbank nicht verborgen geblieben: „Gerade auch im Bereich Ganderkesee macht sich das durch die Investitionsvorhaben bemerkbar“, erläuterte Gernot Schmidt, Berater der Volksbank Ganderkesee-Hude, die aus diesem Grund das aktuelle Forumthema gewählt hatte.

Denn durch den Wandel der Landwirtschaft kann es auch zu Konflikten innerhalb der Familie kommen. „Nicht selten haben die Generationen, die auf einem Hof zusammen wohnen, unterschiedliche Auffassungen zur Betriebsführung“, verdeutlichte Anne Dirksen von der Landwirtschaftskammer Niedersachsen den rund 80 Gästen und empfahl, Kommunikation wie beispielsweise regelmäßige Familienkonferenzen mehr wertzuschätzen. „Früher waren die Rollen noch klar verteilt, das ist heute nicht mehr so“, erklärt Dirksen. „Daher sind Gespräche noch wichtiger.“


Bezirksdirektor Stefan Cordes von der R+V Versicherung stellte den Gästen zudem die Möglichkeiten der Altersvorsorge vor.