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Landwirtschaft Maisernte wird zur Schlammschlacht

Claus Hock

Ganderkesee - Thorben Schwarting hat Glück gehabt. Der 44-Jährige Landwirt aus Thienfelde konnte bereits Ende September seinen Mais ernten. „Etwas stehenbleiben hätte er noch können, aber das war schon in Ordnung“, erklärt er im Gespräch mit der NWZ. „Glück“ bezieht sich hier vor allem aufs Wetter: Zwei Stürme trüben den diesjährigen Maisertrag in Ganderkesee.

Erst „Sebastian“...

„Der Regen ist gar nicht so das Problem für den Mais“, erklärt Schwarting. Denn bis zum Sturmtief „Sebastian“, das am 13. und 14. September über die Region fegte, gedieh der Mais prächtig. „Der Mais stand überall wirklich üppig“, erinnert sich Schwarting, „alle sind von hohen Erträgen ausgegangen.“ Und dann kam „Sebastian“, der auf vielen Feldern den Mais umknickte. „Das führt allerdings nicht zum Totalsaufall“, so der Landwirt. Fünf bis zehn Prozent Ernteverlust schätzt er. „Es ist aber dennoch ein sehr ordentliches Maisjahr“, betont Schwarting.

Und Anfang Oktober kam dann der Regen, welcher wiederum seine ganz eigenen Probleme mit sich bringt. Bei dem wechselhaften Wetter verzögere sich die Reife des noch stehenden, nicht geernteten Mais’. Ganz im Gegensatz zum vergangenen Jahr, wo es eigentlich viel zu trocken war und der Mais schnell geerntet werden musste, stehen die Landwirte jetzt vor dem Problem, dass es etwas zu lange dauert. „Dann fegte ,Xavier’ noch über die Felder hinweg“, so Schwarting.

...dann „Xavier“...

Auch dieser Sturm legte wieder Teile der Felder flach, die dann teilweise wiederum etwas vor der Zeit geerntet werden mussten. „Das handhabt jeder Landwirt unterschiedlich.“ Einige würden den Mais liegen lassen und mit dem Hauptfeld abernten, andere würden den von „Xavier“ geknickten Mais abernten und den Rest stehen lassen. „Das hängt auch immer etwas von der Sorte ab.“

...und der Regen

Während sich der Mais vom Regen eher unbeeindruckt zeigt, fluchen die Landwirte und Lohnunternehmer über die widrigen Umstände – und die Autofahrer über die verschmutzten Straßen. Denn der Dreck ist das größte Problem: „Wir haben gerade eine schöne Schlammschlacht auf den Feldern“, bestätigt auch Cord Wübbenhorst, Vorsitzender des Ortslandvolks Ganderkesee, gegenüber der NWZ. Und Schwarting erklärt: „Je nach Boden sacken die Schlepper zehn Zentimeter und mehr ein.“ Die Folge: Die Reifenprofile setzen sich dicht und der Schlepper verliert an Bodenhaftung. – und es wird viel Dreck auf die Straßen getragen. „Irgendwann kann er im schlimmsten Fall das Gewicht nicht mehr ziehen, weil die Reifen nicht mehr haften“, so Wübbenhorst. Hinzu komme, dass der umgeknickte Mais schwieriger zu ernten ist. Je nachdem wie weit unten die Pflanze geknickt ist, kommt die Maschine nicht mehr drunter.


Für die Dienstleister, die den Mais ernten, würden umgeknickte Pflanzen und nasse Böden deswegen vor allem Verzögerungen bedeuten. „Das ist für alle anstrengend“, so Wübbenhorst. Daher bittet auch Thorben Schwarting bei den Autofahrern um Verständnis. „Die Straßen werden so schnell es geht gereinigt, das geht nur nicht nach jeder Fahrt“, erklärt der Landwirt.

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