GANDERKESEE - GANDERKESEE - Frank Meier ist an sieben Tagen die Woche, 24 Stunden lang, „rund um die Uhr“ für seine Kunden im Einsatz. Seit er im August 2005 mit seinem Service für Großküchentechnik den Sprung in die Selbstständigkeit wagte, flitzt er mit seinem silberfarbenen Werkstattwagen norddeutschlandweit umher. Und das jederzeit auf Abruf – selbst zu nachtschlafender Zeit. „Es kam auch schon mal vor, dass ein Kunde nachts um drei Uhr bei mir anrief und Spülmittel bestellt hat“, sagt Meier.
„Aber aus Spaß hat glücklicherweise noch keiner angerufen.“ Eher melden sich die Kunden erst dann, wenn „gar nichts mehr funktioniert.“ Dann rückt der Küchenexperte zu Reparaturen, Wartungsarbeiten oder Neubau-Aufträgen aus. Oft werden Ersatzteile für Großküchentechnik gleich bei ihm bestellt.
„Kaputte Mikrowellen reparieren, Spülen einbauen, Abluftanlagen installieren“ sind nur einige wenige Tätigkeiten des gelernten Elektromechanikers. Vom kleinen Imbiss bis zum Großstadt-Krankenhaus reicht die Klientel.
Dass seine Geschäftsidee so gut einschlagen würde, hätte sich der Ganderkeseer nicht träumen lassen. „Mit der 40-Stunden-Woche komme ich schon nicht mehr hin. 60 Stunden sind es eigentlich fast immer.“ Im Jahr fährt er schon mal bis zu 70 000 Kilometer mit dem Transporter.
Frank Meier arbeitet gern im abwechslungsreichen und eigenverantwortlichen Kundenservice. „Selbstständigkeit bringt ein hohes Maß an Unabhängigkeit mit sich“. Es gibt wirklich immer etwas zu tun. Und wenn er nicht gerade zu einem Einsatz fährt, wartet der „Bürokrieg“ auf ihn – und seine Familie.
„Das Familienleben leidet schon bei dieser Arbeitszeit“, räumt Meier ein. Besonders mit Sohn Jan-Eric (2) würde er gern mehr gemeinsame Momente genießen. Doch dies gestaltet sich oft schwierig. Und genauso wenig bleibt ihm die Möglichkeit, Urlaub zu machen. „Als Ein-Mann-Unternehmen geht es nunmal im Moment nicht anders“, ist er sich der Schattenseiten der Selbstständigkeit bewusst. Früher oder später wird er über eine Erweiterung nachdenken müssen. „Ich spiele schon mit dem Gedanken, jemanden einzustellen.“
