GANDERKESEE/MOORHAUSEN - Vielen Teilnehmern an der zweiten Exkursion des Fuhrenkamp-Schutzvereins war zu Beginn der knapp dreistündigen Führung nicht klar, welch ein Kleinod sie fast vor ihrer Haustür finden. 32 Naturfreunde aus dem Landkreis und aus der Stadt Oldenburg hatten sich am Sonntagmorgen um Dr. Klaus Handke geschart, der, unterstützt von Pia Handke und Manfred Knocke, Erläuterungen zum Naturschutzgebiet Moorhauser Polder bei Oldenburg, vor allem aber zu den dort rastenden und nistenden Vogelarten gab.

Und das sind weitaus mehr als einfach nur Enten und Gänse. So konnten sich die Teilnehmer gleich beim ersten Halt einen Eindruck vom für den Vogelzug bedeutenden Gebiet machen: Grau- und Blässgänse waren beim Blick durchs Spektiv und die Ferngläser gut zu erkennen, und Pfeifenten. „Davon rasten im Frühjahr bis zu 7000 Vögel hier“, berichtete Handke. „Dann ziehen sie weiter in ihre skandinavischen Brutgebiete.“ Eine „ganz weite Reise“ hatte eine andere Art bereits hinter sich: „Die Spießenten kommen aus Westafrika“, so Handke über „eine der ganz wenigen Entenarten, die so weit zieht“.

Neben weiteren Enten (Krick-, Knäck- und Löffelente), Brandgänsen und mehreren Möwenarten bekamen die Exkursionteilnehmer auch zahlreiche Wiesenbrüter (Austernfischer, Rotschenkel, Uferschnepfe, Großer Brachvogel und Kiebitz sowie Kampfläufer) vor die Linse.

„Das Gebiet ist ein Highlight in Nordwestdeutschland“, so Handke. Für den Vogelzug habe der ein Quadratkilometer große Polder eine große Bedeutung. „Wir hätten nicht gedacht, dass die Wiesen eine solche Artenvielfalt beherbergen“, meinte ein Oldenburger Ehepaar.

Bei der nächsten Führung heißt es früh aufstehen: Am 26. April geht es auf Vogelstimmenpirsch in den Bürsteler Fuhrenkamp. Los geht’s um 6 Uhr.