GANDERKESEE - Mit Hans Siedenburg verliert nicht nur der Fuhrenkamp-Schutzverseinen Ehrenvorsitzenden. Für den Natur- und Landschaftsschutz in der Gemeinde Ganderkesee war der Jurist auch ein „ruhender Pol“. Der pensionierte Amtsgerichtsdirektor verstarb am Sonnabend nach mehrjähriger Krankheit im Alter von 73 Jahren.
Besonders in den turbulenten Anfangsjahren des Vereins, der sich gegen die Verlängerung der Westtangente wehrte und für die Erhaltung der gewachsenen Kulturlandschaft einsetzte, habe Siedenburg „durch seine sachliche und beharrliche Art dazu beigetragen, dass der Verein in Ganderkesee sehr akzeptiert ist“, so der heutige Vorsitzende Dr. Klaus Handke. Siedenburg hatte den Verein von seiner Gründung 2002 bis Anfang 2010 geführt. Er war „eine der tragenden Personen, die den Verein ganz wesentlich in den turbulenten Jahren aufgebaut hat“, würdigt Handke die Arbeit seines Amtsvorgängers. Aus einer Protestbewegung entstand so unter Siedenburgs Führung ein Naturschutzverein, der nach und nach auch über die Grenzen des ursprünglichen Vereinszwecks hinaus tätig wurde.
1972 war Siedenburg als seinerzeit jüngster „aufsichtsführender Richter“ in Niedersachsen ans Amtsgericht Wildeshausen gekommen. Bis zu seiner Pensionierung im Jahr 2000 war der gebürtige Delmenhorster dessen Leiter. Schwerpunkt war das Familiengericht. Studiert hatte er in Kiel, Freiburg und Göttingen.
Seit 1964 war Siedenburg mit Ehefrau Thea verheiratet. Seit demselben Jahr wohnte das Paar auch in Ganderkesee.
