GANDERKESEE - Große Möglichkeiten sieht der „Runde Tisch Natur“ für die zukünftige Entwicklung in der Gemeinde. Und auch Ideen hat der Zusammenschluss von Naturschützern und Landschaftsnutzern schon. Man sei aber an einem Punkt, an dem die Ehrenamtlichen auch auf Hilfe der Gemeinde angewiesen seien, betonte Gerold Sprung. Der Alt-Bürgermeister moderiert den im April 2007 gegründeten Runden Tisch, zu dem Jan-Bernd Meyerholz (Hegering und Landvolk), Günter Westermann (Landwirt), Dieter Osterloh (Landwirt und Ratsherr), Carsten Wünker (Naturschutzbeauftragter der Gemeinde) sowie Manfred Knocke und Dr. Klaus Handke (beide Fuhrenkamp-Schutzverein) gehören.

Der Zwischenbericht des Runden Tisches (Handke: „Wir sind mitten im Prozess“) sieht eine Vielzahl von Maßnahmen vor. Neben der Umgestaltung einiger Sandgruben (die NWZ berichtete) wird die Renaturierung ehemaliger und zugewachsener Schlatts vorgeschlagen. „Hier laufen Gespräche. Da wird etwas passieren“, so Handke. Auch ein Kleingewässerprogramm und Maßnahmen zum Grünlandschutz seien wünschenswert, ebenso Anreize zur ökologischen Gestaltung privater Gärten.

Erste konkrete Maßnahmen wie ein Ackerrandstreifenprogramm und „Feldlerchenfenster“ (unbestellte Flächen innerhalb von Feldern) werden umgesetzt. Für die Renaturierung der Dummbäke wird bis Herbst ein Gewässerentwicklungsplan erstellt. Vorstellen könnte sich der Runde Tisch auch ein „Blaues Klassenzimmer“. Hierbei übernimmt eine Schulklasse die Patenschaft für ein Gewässer, bindet es in den Biologieunterricht ein und pflegt es.

Bei der Pflege setzt die Gruppe auf eine Kombination von Ehrenamt und Profis: „Pflegetrupps gibt es in vielen Vereinen“, so Handke. Was fehle, sei eine Koordinierung. Hier sei personelle Hilfe der Gemeinde gefragt. Die bemerkenswert gute Zusammenarbeit zwischen Landwirtschaft und Naturschutz (Handke: „Woanders herrscht da Krieg“) sei auch eine gute Chance, an Fördergelder zu kommen, so der Landschaftsökologe.

An politischer Unterstützung mangelte es im Umweltschutzausschuss nicht: Einstimmig votierte das Gremium Donnerstag für eine Fortführung der Arbeit des Runden Tisches. Dietmar Mietrach (CDU) sprach von einem „richtigen Ansatz“, Werner Brakmann (SPD) sieht „hier und da“ finanzielle Möglichkeiten, Maßnahmen noch in diesem Jahr anzuschieben.