GANDERKESEE - Bio-Lebensmittel sind im Trend. Bundesweit werden die Regale länger. Gehörten Bio-Produkte vor ein paar Jahren noch zu Nischen-Produkten, von denen kaum einer wusste, wo sie zu bekommen sind, so kommt man beim heutigen Einkauf gar nicht mehr daran vorbei. Ob Gemüse, Fleisch oder Tiefkühlkost, überall gibt es Verpackungen mit dem Label „Bio“. Auch Discounter setzen verstärkt darauf. Doch wie sehen Betreiber kleiner Bioläden diese Entwicklungen? Hat das Angebot der großen Lebensmittel-Discounter, die mit Niedrig-Preisen locken, Auswirkungen auf kleinere Läden oder Hofläden in der Gemeinde?

„Bio ist nicht gleich Bio. Da gibt es Unterschiede“, gibt Maria Henke zu bedenken. Sie betreibt seit Januar 2004 den Bioladen „natürlich“ an der Wittekindstraße. So achte sie darauf, Waren mit möglichst hohem Bio-Standard anzubieten. „Es gibt verschiedene Bio-Siegel, und diese haben wiederum unterschiedliche Anforderungen. So müssen Produkte mit dem achteckigen EG-Biosiegel zu 95 Prozent ökologischer Herkunft sein. Bioland hat noch schärfere Vorgaben“, erklärt Henke. Dieses Siegel bekommen nur Produkte, deren Zutaten ausschließlich ökologischer Herkunft sind.

Verbandsware bevorzugt

Unterschiede gibt es auch beim Anbau von Obst und Gemüse. „Für das EG-Siegel sind teilweise andere Düngemittel erlaubt. Wenn möglich, nehmen wir daher Verbandsware“, so Henke, „hier können wir uns gegenüber Discountern behaupten.“ Der Grund: „Die Verbände arbeiten mit den meisten Erzeugern schon lange zusammen. Da besteht ein großes Vertrauensverhältnis, so dass wir sicher sein können, dass die Produkte die gewünschte Qualität haben.“ Wenn Waren über die Verbände nicht zu bekommen seien, dann greife sie aber auch auf Artikel mit EG-Ökosiegel zurück.

Ein weiterer großer Vorteil kleiner Läden: der persönliche Kontakt. Henke erklärt: „Es gibt individuelle Beratung. Da legen wir großen Wert drauf. Das ist in großen Ketten so natürlich nicht möglich.“ Beratung sei vor allem wichtig, weil viele Kunden Allergien oder Unverträglichkeiten hätten. Viele Kunden seien daher Stammkunden. „Viele kennen wir, die kommen immer wieder“, so Henke. Daher würden die Discounter-Angebote ihren Laden auch nicht gefährden.


Aus eigener Herstellung

Das sieht auch Birgit Egbers so, die einen Hofladen an der Schönemoorer Landstraße betreibt. „Wir sind kein Bioladen, weil es bei uns auch Produkte gibt, die nicht ausschließlich nach den Richtlinien hergestellt wurden“, so Birgit Egbers. Dafür seien die Transportwege aber besonders kurz: „Vieles stellen wir selber her. Die anderen Waren bekommen wir von Höfen aus der Umgebung, mit denen wir uns austauschen“, so Egbers.