Ganderkesee - Bei einem Wildtier, das am Donnerstagvormittag auf der B 212 bei Bookholzberg (Gemeinde Ganderkesee) überfahren wurde, handelt es sich höchstwahrscheinlich um einen Wolf. Der Kadaver und am Unfallort entnommene Proben werden jetzt in Berlin und Gelnhausen untersucht.

Das Wolfsbüro des Niedersächsischen Landesbetriebs für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN) geht davon aus, dass das überfahrene Tier ein Wolf ist. Die Anwesenheit dieses Tieres war bislang unbekannt. Zuletzt hatte es vor zwei Monaten in Wardenburg einen Beweis für einen Wolf gegeben, wie Gerhard Frensel, Wolfsberater im Landkreis Oldenburg, bestätigte. „Überraschend ist das für uns jetzt nicht“, sagte sein Kollege Carsten Sauerwein. Immer wieder gebe es in der Region Durchzügler, die auf der Suche nach eigenen Territorien seien.

Da Wölfe am Tag bis zu 70 Kilometer zurücklegen können, sei es schwierig zu ermitteln, ob das jetzt überfahrene Tier aus dem Landkreis Oldenburg stamme. Gerissene Nutztiere wurden aber nicht gemeldet, weshalb die Kreisverwaltung nicht davon ausgeht, dass ein Wolfsrudel präsent ist.

Der NLWKN hat für dieses Jahr bereits offiziell 19 tote Wölfe im Raum Niedersachsen vermeldet. Die meisten davon starben bei Verkehrsunfällen.

Unterdessen beschäftigte sich am Donnerstag auch der Landtag in Hannover mit Fragen rund um die Rückkehr des Wolfes. Umweltminister Olaf Lies (SPD) kündigte an, den Druck auf Berlin zu erhöhen.

Arne Haschen
Arne Haschen Digitalteam Wesermarsch