GANDERKESEE - Nachdem das ehemalige Regenrückhaltebecken im Industriegebiet in den zurückliegenden Wochen ausgekoffert und mit Sand verfüllt worden war, ist am Donnerstagabend auch im Ausschuss für Straßen, Verkehr, Umweltschutz und Landwirtschaft ein Schlussstrich unter dieses Thema gezogen worden. Laut Bürgermeisterin Alice Gerken-Klaas soll es „die letzte Sitzung zum Regenrückhaltebecken“ gewesen sein.
Während dessen Schlamm – fachlich begleitet von Dr. Kasimir Pirwitz – ordnungsgemäß entsorgt wurde, und einer Nutzung des aufgefüllten Geländes durch die Firma Pries nichts mehr im Wege steht, dürfte das Abwasser des angrenzenden Chromatschadens die Verwaltung – zumindest mittelbar – aber auch weiterhin beschäftigen. Auch werde die Gemeinde „das Regenwasser der Betriebe regelmäßig kontrollieren“, kündigte die Bürgermeisterin an. Derzeit werde geprüft, so Gerken-Klaas, wie eine solche Kontrolle durchgeführt werden könne, die nicht zuletzt ja auch verhältnismäßig sein müsse.
Der Kieler Toxikologe Dr. Hermann Kruse hatte dem Ausschuss zuvor sein ergänztes Gutachten erläutert. Darin betont er erneut, dass akut keine Gefährdung für die Ganderkeseer Bevölkerung durch Chrom oder Chromat (Chrom VI) bestehe. Die im Umfeld existierenden Grundwasserbrunnen dürften allerdings auch weiterhin nicht genutzt werden.
Ebenso unmissverständlich schreibt der Toxikologe aber auch, dass das Abwasser der vom Landkreis betriebenen Chromatschaden-Sanierungsanlage nichts – wie zwischendurch geschehen – im Regenwasserkanal zu suchen habe. Aber auch eine Einleitung der gereinigten, aber mit Restchromat belasteten Abwässer, in den Schmutzwasserkanal sieht Kruse skeptisch. Ob eine solche Einleitung hinnehmbar sei, müsse „mit dem Betreiber der Abwasserbehandlungsanlage (OOWV, Anm. d. Red.) diskutiert werden“. Laut Alice Gerken-Klaas laufen Gespräche zwischen Landkreis als Betreiber der Sanierungsanlage und OOWV, der für die Schmutzwasserbeseitigung zuständig ist. Die Gemeinde sei nicht zuständig.
Für die Gemeindeverwaltung sei, so die Bürgermeisterin, damit ein Thema, dessen „Gemengelage anfangs nicht zu überblicken war“, nach und nach abgearbeitet und jetzt abgeschlossen worden. Aber sie betonte auch: „Wir müssen aufpassen, dass so etwas nicht wieder passiert.“
