Ganderkesee - Im Dezember habe ich zum ersten Mal das Ganderkeseer Repair-Café besucht. Meine „Eintrittskarte“, ein defekter Verstärker, hatte direkt die Erfolgsstatistik gedrückt: Den Grund für die Stille am Lautsprecherausgang des Geräts konnte Fachmann Walter Strömer nicht vor Ort herausfinden – eine Ausnahme in dem Repair-Café mit aktuell gut 73 Prozent erfolgreicher Sofortreparaturen. Strömers Angebot an mich war auch der Grund für meine Wiederkehr am Dienstag: „Komm im neuen Jahr wieder, vielleicht habe ich es bis dann hinbekommen.“
Kein Ansturm im Januar
Am ersten Termin im neuen Jahr war der Andrang für die Ehrenamtlichen in der Schule am Habbrügger Weg nicht so hoch wie noch zur Vorweihnachtszeit. „Das ist ganz normal“, sagte Organisatorin Margit Ohlebusch. Für die Leute, die Reparaturen anmeldeten, schlug sich das in einer deutlich kürzeren Wartezeit am Kaffeetisch nieder. Geklönt wurde dort trotzdem. „Von den Leuten am Tisch kennen sich vielleicht zwei“, sagte Ohlebusch nach einem kurzen Blick zur Kaffee-Ecke, „trotzdem sind hier alle miteinander im Gespräch.“
Die Neugier trieb mich dann aber schnell weiter in Richtung der Werkräume, wo an den mitgebrachten Geräten geschraubt wird. „Da isser ja“, sagte Walter Strömer, der sich gerade über die Eingeweide eines kleinen Elektrogeräts hermachte, zu mir. Hinter ihm: mein Verstärker. „Und?“ frage ich. „Der geht wieder“, lautet die Antwort.
Plötzlich gab es Musik
Ich bin erleichtert, aber auch neugierig. Was genau der Fehler war, kann mir der Fachmann allerdings nicht sagen, denn das Gerät lief wieder wie von alleine: „Bei der Fehlersuche gab es plötzlich Musik“, so Strömer. Seine Vermutung: der zentrale Audioprozessor habe eine Macke. Aber immerhin funktioniert jetzt wieder alles, und mehr wollte ich ja auch nicht. Dankbar nehme ich das „reparierte“ Gerät entgegen, welches somit doch noch einen positiven Einfluss auf die Statistik hat.
Auch wenn in meinem Fall wohl Glück im Spiel war: Im Ganderkeseer Repair-Café können auch schwierige Fälle repariert werden – ein Grund für den Erfolg des Standortes, wie Gerhard Einhaus glaubt. „Wir haben hier früh begonnen und hatten von Anfang an sehr gute Leute dabei“, sagte der Ehrenamtliche. Dazu sei der Standort in den Werkräumen der Schule am Habbrügger Weg auch ideal, meint er. Dem stimme ich zu, denn meinen Verstärker musste ich am Ende nur wenige Meter weit zum Auto schleppen – da wäre ein Neukauf bestimmt anstrengender gewesen.
